Hitzewelle: Fällt kommende Woche in Berlin und Brandenburg die 40-Grad-Marke?

Wer derzeit unter der Hitze von bis zu 33 Grad in Berlin und Brandenburg stöhnt, sollte sich kommende Woche besser in Richtung Küste aufmachen. An der Ostsee findet man bei Wassertemperaturen zwischen 14 und 17 Grad Abkühlung, die unsere aufgeheizten Seen (Wannsee: 25 Grad) nicht mehr bieten.

Abkühlung bräuchten wir kommende Woche allerdings dringend, denn der Trend, den uns mehrere führende Wettermodelle derzeit aufzeigen, stellt selbst die derzeitige Hitze in den Schatten. Demnach rückt zum Monatsende die 40-Grad-Marke in der Hauptstadt zum Greifen nahe. Das geht jedenfalls aus übereinstimmenden Berechnungen der europäischen, US-amerikanischen und kanadischen Wettermodelle hervor.  

Kaltfront schafft vorübergehend Abkühlung

Etwas Abkühlung wird uns nach der Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zuvor eine Kaltfront bereiten, die bereits ab Mittwoch lokal eng begrenzt für Gewitter mit Sturmböen um die 70 km/h und Starkregen sorgen wird. Diese Gewitter werden aber zunächst in der Nacht nach Polen abziehen. Doch am Donnerstag werden ab dem frühen Nachmittag im Osten und Süden Brandenburgs kräftige Schauer und Gewitter abgehen, die sich unwetterartig mit Starkregen, Hagel und Sturmböen entladen können. 

Gewitter ab Donnerstagnachmittag

Der DWD rechnet damit, dass die Gewitter ab Nachmittag auch den Berliner Raum erfassen werden. Die Temperaturen werden im Süden Brandenburgs nochmal die 30-Grad-Marke erreichen, im Norden Brandenburgs werden es noch maximal 26 Grad sein. 

Die Schauer ziehen in der Nacht zu Freitag nur langsam ab, aber nachfolgend sinken die Werte auf erholsame zwölf bis 17 Grad. Ab Freitag können wir für ein paar Tage durchatmen und die Wohnung kräftig durchlüften, denn dann werden die Maximalwerte tagsüber zunächst kaum noch die 25-Grad-Marke überschreiten.

Nachts wird es am Wochenende geradezu frisch: Im Umland könnten die Werte zeitweise nur noch einstellig sein, aber auch in der Hauptstadt werden die Nachtwerte 13 Grad nicht überschreiten.

Doch schon ab Montag schießen die Werte wieder in die Höhe. Die 30-Grad-Grenze dürften wir schon zu Wochenbeginn erreichen, aber das ist nur der Anfang. Was sich dann abspielen wird, bringt auch gestandene Meteorologen wie Dominik Jung aus der Fassung. „Solche Wetterkarten habe ich in diesem Ausmaß auch noch nie in meiner Zeit als Medien-Meteorologe bzw. Diplom-Meteorologe gesehen." Und der Wetterexperte (wetter.net) macht diesen Job immerhin seit 2002.

Spitzenwerte von 40 Grad im äußersten Süden Brandenburgs und sogar noch mehr in Westdeutschland: So lauten die aktuellen Berechnungen etwa des US-amerikanischen Wettermodells für kommende Woche Donnerstag (27. Juni).

Fällt der Allzeit-Hitzerekord?

Ganz ähnlich die Trend-Prognose des europäischen Wettermodells, das Spitzenwerte von über 40 Grad für kommende Woche Freitag (28. Juni) berechnet. 

Diese Berechnungen, muss man relativieren, gehen über den als sicher geltenden Vorhersagehorizont hinaus. Dennoch prognostizieren alle führenden Wettermodelle für die kommende Woche eine extreme Hitzewelle, deren Ausmaße sich erst noch in den kommenden Tagen konkretisieren werden.

Wetterexperte Jung hält es durchaus für möglich, dass der Allzeit-Hitzerekord für Deutschland aus dem Jahr 2015 fällt - damals wurden 40,3 Grad in Kitzingen (Bayern) gemessen. Schon jetzt, so Jung, ist der Juni im Osten Deutschlands auf dem Weg zum heißesten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Was wirklich alarmierend klingt: Die 40-Grad-Marke, sie könnte nun in Deutschland zum dritten Mal überhaupt in diesem Jahrtausend fallen. Zum ersten Mal hatte sie diesen Wert 2003 erreicht, dann 12 Jahre später im Jahr 2015. Und nun könnte es nur vier Jahre später wieder soweit sein.

Da liegt natürlich eine Frage nahe: Erleben wir hier die Auswirkungen des Klimawandels? Wetterexperte Jung hält das für „gut möglich, sicher sagen kann man das allerdings nicht, denn zu allererst ist das aktuelle Geschehen erstmal 'nur' Wetter." Die Wetterentwicklung über 30 Jahre und mehr: Bei einer solchen Betrachtung spricht man von Klima. Eine derartige Häufung von Extremwetter-Ereignissen beeinflusst selbstverständlich auch die Berechnungen von Klimaforschern, die Wetterdaten aus den zurückliegenden Jahrzehnten für Ihr Prognosen verwenden. JSt