Ein fünfjähriger Junge ist auf einem Spielplatz an der Kreuzberger Stallschreiberstraße in eine benutzte Spritze getreten, an der der HIV-Erreger festgestellt wurde. Der Vorfall ereignete sich bereits am Montag im Hof eines Wohnblocks. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM), der die Anlage gehört, bestätigte den Fall jetzt der Berliner Zeitung. Das landeseigene Unternehmen stehe mit der betroffenen Familie in Kontakt, sagte WBM-Sprecherin Steffi Pianka.

Demnach soll die Mutter des Jungen erklärt haben, dass sich die Spritzennadel einige Millimeter in den Fuß ihres Kindes gebohrt hat. An der Spritze hätte sich Blut befunden. Darin seien HI-Viren festgestellt worden. Das hätte ein Schnelltest in der Klinik ergeben, in die die Mutter ihren Jungen brachte. Unklar ist, ob sich das Kind auch infiziert hat.

Aids-Hilfe schließt Infektion aus

In der Regel können Ärzte erst in sechs Wochen eine Infektion im Körper des Betroffenen feststellen. Die Berliner Aids-Hilfe hält jedoch eine Infektion des Jungen für ausgeschlossen. „Nach unseren Informationen lag die Spritze schon länger im Sand. Die HIV-Erreger sind bereits wirkungslos. Kommen sie mit Sauerstoff in Kontakt, werden sie abgetötet“, sagte Sprecher Jens Petersen.

Das Problem in der Wohnanlage sind Drogenabhängige, die vom nahen Moritzplatz kommen, und deren Spritzen auch auf dem Spielplatz zu finden sind, sagte WBM-Sprecherin Pianka. Seit Jahren versuche man mithilfe der Polizei und des Bezirkes, die Junkies aus der Anlage zu verdrängen. Bisher mit wenig Erfolg. „Nach dem Vorfall werden wir den Einsatz von Wachleuten verstärken“, sagt Pianka. Geplant sei auch, das Gelände einzuzäunen.