Norbert Rheinlaender kämpft seit den Siebzigerjahren um den Erhalt einer der letzten großen Freiflächen Berlins. Der Architekt, Stadtplaner und leidenschaftliche Bürgerrechtler begann mit dem Widerstand gegen die CDU und deren Träume von einer Autobahn auf dem Gleisdreieck und trat nach dem Fall der Mauer gegen die Immobilienfirma der Deutschen Bahn an. Heute kämpft er gegen die Grünen und die Copro, eine Immobiliengesellschaft, die das letzte brachliegende Randgrundstück am Gleisdreieckpark gekauft hat. Während die Politiker kamen und gingen, hat Rheinlaender seinen Platz nie verlassen. Er war bei jeder Entscheidung dabei. Eigentlich, so witzeln seine Bewunderer und Gegner gleichermaßen, müsse der Park „Rheinland“ heißen.

Schon vor 40 Jahren führte Norbert Rheinlaender an Wochenenden naturinteressierte Wandergruppen auf Schleichwegen über das alte Bahnhofsgelände mit seinen von der Zeit überwucherten Gleissträngen, Signalschildern, Backsteinruinen. Er entführte sie in eine Landschaft mit Birken, Robinien, Pappeln, Königskerzen, dem seltenen Zilpzalp, Füchsen und Kaninchen. Ohne seine Hartnäckigkeit sähe der „Gleisi“, wie ihn seine jugendlichen Fans heute nennen, anders aus. Rheinlaender kämpfte um jeden Meter einer Stadtwildnis, die ein halbes Jahrhundert brauchte, um zwischen den Geleisen des zerstörten Anhalter Bahnhofs aufzuwachsen.

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