Berlin soll ein Hochhaus-Leitbild erhalten, das Auskunft über mögliche Standorte für neue Türme in der Stadt gibt – doch bis das Werk fertig ist, könnte noch viel Zeit vergehen. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Anfrage des FDP-Fraktionschefs Sebastian Czaja hervor.

Danach wurde zunächst per Ausschreibung ein Auftragnehmer für die erste Phase der Erarbeitung des Leitbildes gesucht. Dessen Aufgabe sei es, den Hochhaus-Bestand zu erfassen sowie eine „Konzeption und prozessbegleitende Abstimmung“ mit den Bezirken sicherzustellen. Außerdem sollen mögliche „Regelungsinhalte“ des Leitbildes getestet werden, heißt es.

Gegenwärtig würden etwa Höhe, Nutzung und Alter der bestehenden Hochhäuser ermittelt. In Kürze würden alle Bezirke beteiligt und zu Erfahrungen mit Hochhäusern und zu Ansprüchen an ein Leitbild befragt. In der zweiten Phase solle dann das eigentliche Leitbild erarbeitet werden.

Berlin braucht progressive Antworten

Die Vergabe des Auftrages werde voraussichtlich Anfang 2019 erfolgen. Die Öffentlichkeit werde voraussichtlich Ende dieses Jahres über die Grundlagenermittlung informiert. Weitere Veranstaltungen solle es 2019 geben.

Der FDP dauert das alles zu lange. „Der Hochhausrahmenplan steht sinnbildlich für die ideenlose Baupolitik des Senats“, sagt Sebastian Czaja. „Statt umgehend mit der Erarbeitung eines gesamtstädtischen Plans für die drängenden Herausforderungen zu beginnen, definiert man lieber ideologische Leitbilder.“ Berlin benötige angesichts des eklatanten Wohnungs- und Gewerbeflächenmangels sowie verknappter Fläche progressive Antworten – „Antworten, die andere EU-Metropolen zum Nachteil unserer Stadt wesentlich schneller finden.“