Die Skyline der Berlin City West.
Foto: Berliner Zeitung/Sabine Gudath

BerlinGrundstückseigentümer rund um den Breitscheidplatz und den Kudamm werben seit Jahren dafür, weitere Hochhäuser in der City West zu errichten. Das kann ihnen niemand verübeln, weil sich der Wert der Grundstücke damit erhöht. Wo Hochhäuser wirklich sinnvoll sind, ist jedoch eine Entscheidung, die das Land Berlin zu treffen hat. Also die Bezirke oder die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Der jetzt vorgelegte Charta City West 2040, die auf Initiative des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, der Wirtschaft und der Arbeitsgemeinschaft City erarbeitet worden ist, kommt zwar offiziös daher, doch haftet ihr der Makel an, interessengeleitet zu sein. Denn sie ist unter dem Mitwirken jener entstanden, die seit Jahren für den Bau von weiteren Wolkenkratzern eintreten. Die Charta kommt ganz ökologisch daher, propagiert die Nutzung von Regenwasser und wirbt für den Einsatz nachhaltiger Baustoffe, macht am Ende aber klar, worauf es hinausläuft. So heißt es im 71. von insgesamt 79 Zielen, dass die City West „primär auf vertikale Verdichtung“ setze, um Grün- und Freiflächen zu schonen. Es soll also in die Höhe gebaut werden.

Dass in einem weiteren Satz festgestellt wird, dies schließe eine „behutsame horizontale Entwicklung nicht aus“, macht nur klar, dass die Prioritätensetzung falsch ist. Umgekehrt wäre es richtig. Primär müsste der Neubau auf eine behutsame horizontale Entwicklung setzen, sich also an der vorhandenen flachen Bebauung orientieren. Der Bau von Hochhäusern sollte nur in Ausnahmefällen möglich sein.

Dass es überhaupt so weit kommen konnte, dass sich die Akteure im Bezirk auf eine solche Charta verständigen, liegt an einem anderen Problem: Dass es die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bisher versäumt hat, den angekündigten neuen Masterplan für die City West vorzulegen. Jetzt wird’s  Zeit.