Berlin - Energiewende ganz praktisch: Der rot-rot-grüne Senat hat im August beschlossen, dass die Dächer von öffentlichen Gebäuden bis Ende 2024 mit Solarstrom-Anlagen ausgerüstet werden sollen. Das Ganze nennt sich: Solarpflicht für alle öffentlichen Gebäude. Das Ziel ist, dass Berlin bis 2050 ein Viertel des eigenen Strombedarfs mit Sonnenkraft deckt. Im Auftrag von acht Bezirken errichten die Berliner Stadtwerke bis 2024  auf bezirkseigenen Gebäuden fast 440 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 29 Megawatt. Wie die Berliner Stadtwerke am Donnerstag mitgeteilt haben, gibt es nun zwei neue Projekte.

Die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ sowie die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) haben den Betrieb von Solaranlagen mit den Stadtwerken vereinbart. Solche Anlagen hat das Unternehmen bereits auf der Alice-Salomon-Hochschule, der Speicherbibliothek der Humboldt-Universität sowie bei der HTW installiert.

Solaranlage auf dem Dach: Beachtlicher Effekt

Der Effekt ist durchaus beachtlich: Die HTW verdoppelt mit der neuen Anlage ihre Solarkapazität am Campus Wilhelminenhof in Oberschöneweide. Wie die Stadtwerke mitteilen sollen 83 Prozent des erzeugten Stroms auch tatsächlich vor Ort genutzt werden, sodass 29 Prozent des Strombedarf der Gebäude gedeckt und damit 142 Tonnen Kohlendioxid gespart werden können. Bei der Schauspielschule am Standort Zinnowitzer Straße in Mitte sollen in einigen Wochen 27 Prozent des Strombedarfs ökologisch vom eigenen Dach „geerntet“ und somit 46 Tonnen Kohlendioxid einspart werden.

„Als nachhaltige und klimafreundliche Institution tragen wir eine besondere gesellschaftliche Verantwortung in Berlin“, sagte Christiane Linsel, die Kanzlerin der Schauspielschule. „Wie jede Hochschule sind wir Impulsgeberin und Multiplikatorin und stellen daher unseren Umgang mit allen Ressourcen kontinuierlich auf den Prüfstand.“

HTW-Präsident Carsten Busch sagte: „Bereits seit 2015 treiben wir den Klimaschutz an der HTW Berlin aktiv voran. Eines unserer wesentlichen Ziele: die Reduktion unserer CO2-Emissionen.“

Die Anlagen sind langfristig sogar kostengünstiger für die Hochschulen, denn sie sind gepachtet: Die Anlagen im Pachtmodell werden so bemessen, dass die maximale Menge des erzeugten Stroms auch in dem Gebäude verbraucht wird. Die Eigentümer der Gebäude verpachten die Dächer für einen symbolischen Betrag und pachten im Gegenzug die Solaranlage. Die Stadtwerke installieren die Anlagen und warten und unterhalten sie auch. „Das ist eine Win-win-Situation für die Umwelt und die Hochschulen“, sagte Kerstin Busch, Geschäftsführerin der Stadtwerke. Denn es werden die bisherigen Stromkosten eingespart und über die stabile Pacht haben die Schulen bei den ständig steigenden Energiepreisen für 20 Jahre lang feste Preise.