Kurzfristig seien Gebühren drastisch erhöht worden, wichtige Informationen würden vorenthalten, das Sicherheitskonzept sei absurd. Nein, langweilig war die entscheidende Pressekonferenz vor dem großen Ereignis am Mittwoch nicht. Der CSD-Vorstand hatte auf die VIP-Tribüne der Fußball-Fanmeile am Brandenburger Tor geladen, um sein Programm für das Wochenende vorzustellen. Denn der CSD kooperiert in diesem Jahr mit der Fanmeile zur Fußball-EM und wird die Bühne der Fanmeile am Tor für sein eigenes Finale nutzen.

CSD-Geschäftsführer Robert Kastl wehrt sich nicht gegen die Verschmelzung der Parade mit der Fanmeile. „Wir zahlen hier einen Fiat und kriegen einen Ferrari“, lobte er die großartige Ausstattung, die der CSD am Sonnabend nutzen darf. Auch die schwierige Logistik, innerhalb eines Tages alles von Fußball auf CSD umzudekorieren und alle weiteren Bühnen entlang der Straße des 17. Juni aufzubauen, wurde gelöst. Von Seiten des Bezirksamts habe es aber nur Ärger gegeben. So seien Sondernutzungsgebühren um 40 Prozent höher ausgefallen als in anderen Jahren, im September getroffene Absprachen im Februar wieder umgestoßen worden, und das alles habe zu sehr viel mehr Arbeit und deutlich höheren Kosten geführt.

„Es gab immer Probleme bei den Absprachen mit dem Bezirksamt im Vorfeld des CSD, aber jetzt sind die Zustände nicht mehr tragbar“, sagte Kastl. Dann beschimpfte er die Bezirksbehörden als inkompetent, das Verhalten von Mitarbeitern als schikanös. 45 000 Euro müsse der Verein in diesem Jahr drauflegen, nicht nur, aber auch wegen der Bezirksauflagen. Einen Teil will Kastl zurück. „Es wird Zoff geben“, sagt er.

Mittes Wirtschaftsstadtrat Carsten Spallek (CDU) kann Kastls Zorn nicht nachvollziehen. Sondernutzungsgebühren seien für alle Veranstalter in Berlin gleichermaßen erhöht worden. Gestritten wird offenbar vor allem um Prosecco-Stände im Sicherheitsbereich, und die hält der Bezirk nicht für genehmigungsfähig – zum Ärger des CSD.