Berlin - Ich begegnete in der Schule einem einzigen Erwachsenen, der sich stets bemühte, meinen Namen richtig auszusprechen: mein Deutsch- und Musiklehrer. „Tschaliskan“, rief er in den Raum, wenn er die Anwesenheitsliste für das Klassenbuch abklapperte. Oder: „Dschalischkahn“. Seine Aussprache war immer unterschiedlich, die Betonung ebenso. Mal lag sie auf „tsch“, mal auf „li“, mal auf „kan“. Als Schülerin fragte ich mich, wieso er es jedes Mal aufs Neue versuchte, wieso er es nicht auf der „eingedeutschten“ Form Caliskan beruhen ließ – fast so ausgesprochen wie geschrieben: Kaliskan. Ich korrigierte seine Aussprache aber auch nie, weil mir das damals zu unhöflich vorkam. Also hörte ich ihm jahrelang zu, wie er aus einem Namen Dutzende Versionen kreierte.

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