Am Donnerstag stehen brennende Kerzen vor dem Wohnhaus an der Plauener Straße in Alt-Hohenschönhausen. Ein Zeichen der Anteilnahme der Nachbarn. In dem Haus ist am Mittwochabend die 14-jährige Keira G. getötet worden. Die Mutter fand ihre leblose Tochter gegen 17.30 Uhr in der gemeinsamen Wohnung – übersäht mit Stichwunden. Rettungssanitäter der Feuerwehr und ein Notarzt haben mehr als eine Stunde lang vergeblich versucht, das Leben der Jugendlichen zu retten. Schließlich mussten sie aufgeben. Die Mutter erlitt einen Zusammenbruch. Sie wird derzeit psychologisch betreut.

Hintergründe unklar

Den ganzen Tag lang sicherten Kriminaltechniker am Donnerstag in der Wohnung Spuren der Tat. Eine Hundertschaft der Polizei suchte die Umgebung ab, unter anderem, um die möglicherweise weggeworfene Tatwaffe zu finden. Sie schauten in jeden Papierkorb, unter jedes parkende Auto, in jedes Gebüsch. Vergebens.

Zu dem Täter haben die Ermittler bislang keine Spur. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat die 3. Mordkommission des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen. Der Leichnam der Jugendlichen wurde am Donnerstagvormittag im Rechtsmedizinischen Institut der Charité obduziert. Staatsanwaltschaft und Polizei halten sich mit Informationen zum Tathergang zurück. „Die Obduktion bestätigte den Verdacht, dass die Jugendliche Opfer eines Tötungsdelikts geworden ist“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, lediglich. „Weitere Details können derzeit im Hinblick auf die Ermittlungen nicht veröffentlicht werden.“

Die Hintergründe der Tat blieben bis Donnerstagabend unklar. Ein Nachbar behauptet, er habe am Abend Streit gehört und Türenknallen. Die 14-Jährige lebte nach Angaben von Nachbarn allein mit der Mutter und einem kleinen Hund, einem Jack-Russel-Mischling, in der Wohnung. Keira G. war leidenschaftliche Eisschnellläuferin und trainierte regelmäßig im nahe gelegenen Sportforum.

Offenbar ein Verdächtiger

Die Mordermittler klingelten am Morgen nach der Tat überall in der Nachbarschaft und zeigten ein Foto der Toten, in der Hoffnung, Informationen über das Mädchen und seine Kontakte zu bekommen. Gleichwohl hat die Mordkommission, die das Handy der Getöteten auswerten ließ, offenbar bereits einen Verdächtigen im Visier. Sie geht von einer Beziehungstat aus. „Es kann gut sein, dass wir bald eine Festnahme haben“, sagte ein Ermittler. Dennoch schloss die Polizei nicht aus, dass sie sich noch mit einem Mithilfeersuchen an die Bevölkerung zu wenden könnte. Denn bislang gibt es keine Zeugen.