Hohenschönhausen: Neonazi-Aufmarsch vor Flüchtlingsheim in Berlin blockiert

Rund 100 linke Demonstranten haben einen Aufmarsch von Neonazis in Berlin-Hohenschönhausen blockiert. Die 20 Rechtsextremen hatten ihre Demonstration am Montag gegen einen Tag der offenen Tür in einem geplanten Flüchtlingsheim angemeldet. Die Linken versperrten die geplante Strecke, die einige hundert Meter von der Wohncontainer-Unterkunft im Hausvaterweg entlangführte. Die Polizei hielt beide Gruppen auf Abstand.

Die neue Flüchtlings-Unterkunft im Ortsteil Falkenberg am nordöstlichen Stadtrand Berlins wird noch in dieser Woche eröffnet. 280 Flüchtlinge, die aus Erstaufnahmeeinrichtungen kommen und bis zu ein Jahr auf den Abschluss ihres Verfahrens warten, finden in den Containern Platz.

Platz für 2200 Menschen

Alle geplanten sechs großen Container-Unterkünfte sind laut Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) bis Anfang September fertig. Die Kosten lägen bei 42 Millionen Euro, 2200 Menschen können dort wohnen. Zur Vorbereitung des Heims in Falkenberg hatte der Senat zu drei Bürgerversammlungen geladen. Die Nachbarschaft würde sich inzwischen sehr gut für das künftige Heim engagieren, sagte ein Lageso- Mitarbeiter. Es gebe Unterstützerkreise und bald auch eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Tierheim.

Zum Tag der offenen Tür waren viele Nachbarn gekommen. Zeitweise bildeten sich Schlangen vor den Eingängen. Die Wachleute wiesen einzelne Menschen ab, weil diese schon vorher an anderen Heimen als Pöbler aufgefallen waren. Die Stimmung war insgesamt positiv. Von Nachbarn auf der Straße waren allerdings auch kritische Bemerkungen gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge zu hören.

Die größten Probleme mit Pöbeleien und rechtspopulistischen Anwohnern gibt es laut Lageso an dem Flüchtlingsheim am Blumberger Damm in Marzahn. Dort stehen auch deutlich mehr als die sonst üblichen zwei Wachleute. (dpa)