Der umstrittene britische Historiker David Irving hat seinen Besuch in Berlin bereits vor einiger Zeit angekündigt. Doch wird er es vielleicht nicht ganz leicht haben, einen Raum zu finden, in dem er auftreten kann. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat seinen Mitgliedern jedenfalls empfohlen, nicht an Irving zu vermieten. Irving ist unter anderem mit der These an die Öffentlichkeit getreten, in Auschwitz hätte es nie ein Vernichtungslager gegeben.

Dehoga-Geschäftsführer Thomas Lengfelder ist sich sicher, dass die Verbandsmitglieder seiner Empfehlung folgen werden. „Ich glaube nicht, dass sich eines unserer Mitglieder dafür hergeben wird, an Irving zu vermieten“, sagte er am Dienstag. 95 Prozent der Berliner Hotels sind in der Dehoga organisiert.

Lengfelder reagierte mit seiner Empfehlung auf einen Brief von Volker Beck, dem Geschäftsführer der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. In dem Schreiben zitiert Beck auch ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 2012, das das Hausrecht der Branche stärkt. „Die politische Überzeugung eines Gastes kann die Ablehnung einer Übernachtung begründen, wenn diese Überzeugung nicht mit dem Charakter des Unternehmens vereinbar ist“, heißt es dort.

Der Dehoga weist in diesem Zusammenhang auch auf den Ratgeber für die Gastronomie hin, mit dem Titel „Rechtsextremisten nicht auf den Leim gehen“. Hier gibt es Tipps für gastronomische Einrichtungen und Hotels, wie sie sich vor Vermietungen an Rechtsextreme schützen können. Zum Beispiel werden rechte Symbole und Modemarken erklärt, und es wird auf bestimmte Daten hingewiesen. Zudem gibt es Formulierungsvorschläge für Mietverträge, mit denen man zum Beispiel verhindern kann, dass Strohmänner die Anmietung eines Veranstaltungsraums übernehmen. Irving etwa ist bekannt dafür, sich nicht mit seinem richtigen Namen zu melden, wenn er einen Raum für eine Lesung bucht.

Der von Rechtsextremen verehrte Irving darf erst seit März wieder nach Deutschland einreisen. Ein bis 2022 geltendes Einreiseverbot war im Oktober 2012 vom Verwaltungsgericht München aufgehoben worden. Am 10. September will Irving in Berlin sprechen – mit anschließendem Abendessen im „Herzen Berlins“, wie es auf seiner Facebook-Seite heißt.