Holzpritsche und Totenmarke: Schau erinnert an Zwangsarbeitslager

Neuhardenberg. Holzpritsche, Totenmarke und erschütternde Berichte: Eine Schau im Schloss Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) erinnert ab Sonntag (29.4./12.00) an das Leid von Millionen Häftlingen in den sowjetischen Straf- und Zwangsarbeitslagern. Sie trägt den Titel «Gulag. Spuren und Zeugnisse 1929 - 1956» und ist nach Angaben der Organisatoren vom Mittwoch die bisher erste umfassende Präsentation, die in Deutschland zu diesem Thema gezeigt wird.

Den wenigen noch vorhandenen Gegenständen aus den früheren Lagern - darunter eine Holzpritsche, ein selbstgenähtes Brotsäckchen, ein zerschlissenes Kleid und eine metallene Totenmarke - sind erschütternde Berichte einstiger Lagerinsassen zugefügt. Die Häftlinge schildern darin Transporte in die Lager, die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen und die extremen Witterungsbedingungen.

«Eine Verhaftung konnte jeden treffen», sagte Rikola-Gunnar Lüttgenau, einer bei beiden Kuratoren. Nach Worten von Irina Scherbakowa, Wissenschaftliche Leiterin der Gesellschaft «Memorial» Moskau, galten die Lager anfangs noch als Instrument zur Besserung der Menschen durch Arbeit. Später entwickelten sie sich zu Zwangsarbeitslagern. «Das auf 400 Quadratmetern darzustellen ist sehr schwierig», sagte sie.

Die Lager wurden rund 20 Millionen Menschen zum Schicksal. Etwa zwei Millionen starben. «Memorial» Moskau, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und die Stiftung Schloss Neuhardenberg organisierten die Präsentation. Sie ist bis 24. Juni zu sehen. (dpa/bb)