Berlin - „Wir sind sehr froh über diese Entscheidung“, sagt Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Berlin-Brandenburg. „Dass diesem gegen Menschen hetzenden Interpreten auch in Berlin kein Podium geboten wird, ist die richtige Entscheidung.“

Der Veranstalter wollte sich offiziell nicht äußern, intern heißt es, die Absage habe nichts mit den Protesten zu tun, die Europatournee von Elephant Man sei wegen weggefallener Auftritte in anderen Städten komplett abgesagt worden.

Zu Beginn der Woche hatte sich der LSVD in einem Brief an die amtierende Polizeipräsidentin  und die Betreiber des 2Be Clubs in Mitte gewandt. Dort sollte der Sänger auftreten. „Unseres Erachtens ist  bei den Songs der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und der Tatbestand der Volksverhetzung gegeben“, heißt es in dem Schreiben.  Der LSVD hatte den Veranstalter aufgefordert, den Interpreten auszuladen und das Konzert abzusagen. Das geschah bisher auch bei angekündigten Auftritten des  Musikern nach Protesten von Lesben und Schwulen in anderen Städten. „Unsere Protestschreiben haben offenbar die gewünschte Wirkung entfaltet“, sagte Steinert am Mittwoch.   

Viele Reggae- und Dancehallfans weisen die Vorwürfe der Schwulenfeindlichkeit gegen den Musiker als veraltet zurück, Elephant Man  habe  sich mehrfach davon distanziert. Im Jahr 2006 sagte er  dem Fernsehsender arte: „Vor einigen Jahren sind ein paar Dinge gelaufen, aber das ist Vergangenheit. Die Dancehall-Bruderschaft hat geschworen, nichts mehr zu sagen, was andere beleidigt. Ihr lebt euer Leben. Wir leben unser Leben. Jeder geht seinen eigenen Weg.“ Lesben und Schwule werfen dem Sänger hingegen vor, bei Auftritten in Jamaika  immer wieder zu Gewalt gegen Schwule aufzurufen.

Wer bereits eine Konzertkarte für Freitag gekauft hat, bekommt sein Geld zurück.