Berlin/Lleida/ Brzezno - Der Tod des Sängers Jim Reeves steht  kurz vor der Aufklärung. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben Ermittler der spanischen Polizei bereits Anfang Februar einen Mann festgenommen, nach dem europaweit gefahndet wurde. Der 29-Jährige soll im vergangenen Jahr zusammen mit einem Komplizen den Sänger Jim Reeves getötet haben.

Reeves hatte   in den 90ern-Jahren  mit seiner Band Sqeezer riesige Erfolge gefeiert. Ein Tourist  hatte die Leiche von Jim Reeves   am 1. Februar 2016  in einem Hostel  am Stuttgarter Platz gefunden. Bei der Obduktion wurde festgestellt, dass der damals 47-Jährige durch „stumpfe Gewalt“ starb, also erschlagen wurde.

Bereits kurz nach der Tat, am 19. Februar 2016, kam die Mordkommission einem 23-jährigen Polen auf die Spur. „Der Mann konnte   in der Stadt Brzezno in Polen durch polnische Zielfahnder festgenommen werden“, sagte  ein Polizeisprecher am Mittwoch.   Um die Ermittlungen nicht zu gefährden,  wurde die Festnahme des 23-Jährigen bis Mittwoch  jedoch nicht bekannt gegeben.

Zielfahnder in Lleida

Ein Jahr lang hatten deutsche, polnische und spanische Fahnder die Spur des zweiten Tatverdächtigen durch ganz Europa verfolgt. Am 7. Februar konnten Berliner Zielfahnder den 29-Jährigen schließlich in der katalonischen Stadt Lleida bei Barcelona  aufspüren und dort „in enger Zusammenarbeit mit den spanischen Fahndern   dingfest machen“, wie die Berliner Polizei gestern mitteilte. Bei der Festnahme hätte  der Tatverdächtige erheblichen Widerstand geleistet, heißt es. Zudem hatte er zwei gefälschte Ausweise, einen Elektroschocker, drei Mobilfunktelefone und 7 000 Euro Bargeld  bei sich. Auf einem Foto der Festnahme, das die spanische Polizei veröffentlichte, liegt der Mann mit auf den Rücken gefesselten Händen auf dem Boden, zwei Beamte halten ihn fest.

Zunächst wurde der Mann  von den spanischen Ermittlungsbehörden vernommen. Allerdings gab es bislang keine Auskunft darüber, ob er die Tat in dem  Berliner Hostel  gestanden hat.

Reeves  war 2016 nach einem Streit mit seiner Ex-Lebensgefährtin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und vorübergehend in der Herberge  am Stuttgarter Platz untergekommen. Die Polizei geht davon aus, dass Reeves seine späteren Mörder dort  kennengelernt hatte. Unmittelbar vor der Tat wurde er mit den beiden jetzt in Haft sitzenden Männern  in einer Bar in der Nähe des Hostels gesehen. Nach dem Fund der Leiche waren beide Männer  spurlos verschwunden.

In U-Haft in Moabit 

Das Motiv und  der genaue Ablauf der Tat muss nun von der Mordkommission und der Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt werden. Beamte des Landeskriminalamtes Berlin, darunter auch zwei Mitarbeiter der Zielfahndung, überstellten den festgenommenen 29-Jährigen  am vergangenen Freitag von Madrid nach Berlin. Nach Verkündung des Haftbefehls wegen des Verdachts einen Tötungsdelikts wurde er in der Justizvollzugsanstalt Moabit untergebracht. Sein  mutmaßlicher Mittäter verbüßt zurzeit noch eine offene Haftstrafe in Polen und soll anschließend ebenfalls  nach Deutschland ausgeliefert werden.