Bei einer Anti-Hooligan Übung der Bundespolizei am Berliner Olympiastadion ist am Donnerstag der Pilot eines Polizeihubschraubers ums Leben gekommen. Zwei Helikopter waren beim Landeanflug zusammengestoßen. Mehrere Polizeibeamte wurden verletzt, zwei davon schwer.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ermittelt die Unfallursache. Ein technischer Defekt gilt in Polizeikreisen als unwahrscheinlich. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sprach bei einem Besuch am Unglücksort auf dem Maifeld von einem schrecklichen Unfall.

An diesem Tag sollten 580 Polizisten in Charlottenburg üben, wie gewaltbereite Fußballfans daran gehindert werden können, ins Olympiastadion zu gelangen. Drei Hubschrauber brachten dabei Einsatzkräfte zur Verstärkung auf das Maifeld. Eine Situation, die bei Fußballspielen immer wieder auftritt und regelmäßig getestet wird. Medienvertreter, darunter auch Mitarbeiter dieser Zeitung, waren als Beobachter anwesend. Der Unfall ereignete sich vor ihren Augen.

Die Hubschrauber waren mit jeweils etwa 20 Mann besetzt. Die Maschinen waren in Blumberg nördlich von Berlin gestartet. Zum Zusammenstoß kam es gegen 10.30 Uhr, als zwei der Helikopter bereits aufgesetzt hatten und der dritte sich näherte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Rotoren so viel Schnee aufgewirbelt, dass die Maschinen für die Beobachter kaum zu sehen waren. Als die dritte Maschine landete, berührten sich Rotorblätter von zwei Hubschraubern, Trümmer flogen umher, eine Pilotenkanzel wurde zerschlagen. In Polizeikreisen wird schlechte Sicht als Unfallursache vermutet. Die Maschinen hätten keine Abstandswarner. Zum Unfallzeitpunkt war noch keiner der Beamten ausgestiegen. Polizisten bargen ihre Kollegen und leisteten Erste Hilfe. Die Feuerwehr kam mit hundert Mann an die Unfallstelle, die Maschinen gingen nicht in Flammen auf.

Bundesinnenminister Friedrich und Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) kamen am Mittag zu der Unglücksstelle. Die Politiker zeigten sich tief betroffen vom Tod des Piloten. „Wir denken jetzt an die Angehörigen und seine Familie“, sagte der Innenminister. „Das ist eine furchtbare Nachricht, die mich sehr mitnimmt“, sagte Henkel. Die Deutsche Polizeigewerkschaft wies auf die Notwendigkeit solcher Übungen hin. Sie müssten auch unter schlechten Wetterbedingungen stattfinden, so ihr Chef Rainer Wendt.