Berlin-FalkenbergIm Tierheim leben nur Hunde und Katzen? Wer das dachte, wird nun eines besseren belehrt. Momentan gackert es hier sogar an vielen Stellen – denn die Einrichtung in Falkenberg ächzt unter einer Hühner-Flut. Der Grund: In den vergangenen Monaten wurden viele Tiere gefunden oder sichergestellt. In Berlin geht der Trend auch bei Privatleuten zur Hühnerhaltung - und das macht Tierschützern Sorgen.

Erst Mitte September wurden sechs winzige Küken in einem Karton in Weißensee ausgesetzt, berichtet das Tierheim. Die Tiere mussten für einige Wochen aufgepäppelt werden – sie wurden mit einer Wärmelampe und einem speziellen Futter versorgt. Es ist nur einer von mehreren Fällen, die zur Hühner-Flut führten. Schon im Juli mussten fünf der Tiere vom Balkon einer Lichtenberger Plattenbauwohnung befreit werden. Sie waren dort in zwei Pappkartons untergebracht und wurden wohl zum Essen gehalten, sagte Tierheim-Sprecherin Beate Kaminski der Berliner Zeitung. Der Zustand der Tiere war katastrophal. „Weil sie in den Pappkartons leben mussten, waren die Hühner großem Stress ausgesetzt. Deshalb haben sie sich gegenseitig verletzt.“ Mehreren der Tiere fehlen deshalb Federn, eines muss einen Verband am Fuß tragen, weil sich ein Abszess gebildet hat. „Man kann den Begriff artgerechte Haltung hier nicht im geringsten in den Mund nehmen“, sagte Kaminski.

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