Der Anspruch kann größer kaum sein. Sogar Angela Merkel ist der Ansicht, es handle sich „um eines der bedeutendsten Kulturvorhaben in Deutschland“. Das verkündet zumindest eine Regierungssprecherin im Auftrag der Bundeskanzlerin. Das Vorhaben ist der Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt-Forum. 63 Jahre nach Sprengung des im Krieg schwer beschädigten Gebäudes soll an diesem Mittwoch der Grundstein dafür gelegt werden. Kaum ein Bauprojekt hat die Gesellschaft so gespalten. Mehr als 20 Jahre stritten Gegner und Befürworter über die Frage, ob im Herzen Berlins ein Gebäude mit moderner Architektur entstehen soll – oder eines in historischem Gewand.

Die Entscheidung, die Barockfassade des Schlosses zu rekonstruieren, feiern die Schloss-Anhänger. Für sie wird damit eine städtebauliche Wunde geheilt. Für die Gegner ist die Fassade schlicht nicht zeitgemäß. Doch unabhängig davon, wie man zu dem Projekt steht, eines ist klar: Der Wiederaufbau wird das größte städtebauliche Experiment seit der Wiedervereinigung der Stadt – und das nicht nur wegen der Fassaden.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.