Das Museum der Moderne in Berlin soll gebaut werden, beschloss der Stiftungsrat des Preußischen Kulturbesitzes am Montag. Dazu muss allerdings der Bauetat der Stiftung aufgestockt werden, immerhin geht es um 130 Millionen Euro, die noch in keinem Etat des Bundes vorkommen. Das neue Museum der Moderne soll unter anderem die Surrealisten-Sammlung der Familie Pietzsch aufnehmen.

Der Stiftungspräsident Hermann Parzinger freilich wird noch keine Freudenfeuer anzünden, sondern hoffen, dass das Geld wirklich kommt. Wenn er die anderen Wackel-Projekte seiner Stiftung betrachtet, kann er begründete Zweifel hegen. Die Sanierung der Altbauten auf der Museumsinsel aber auch der jüngeren Museen und der Staatsbibliothek am Kulturforum verschlingt weit mehr Gelder, als der Bund zur Verfügung stellen will.

100 Millionen Euro jährlich konnte die Stiftung bisher verbauen, künftig sind es 80 Millionen bei steigenden Löhnen, Material- und Transportkosten. Dabei heißt es intern, dass allein die Sanierung der Neuen Nationalgalerie ab 2015 mit 60 bis 70 Millionen Euro zu Buche schlägt. Mindestens 30 Millionen muss Parzinger für den Weiterbau der James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel auftreiben.

Wang Shu fürs Humboldt-Forum

Wenn also Hermann Parzinger am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses voller Elan sein anderes Groß-Projekt Humboldt-Forum verteidigte, mag das für ihn fast Entspannung gewesen sein: Dessen Baukosten liegen nicht der Preußen-Stiftung auf der Tasche. Hier darf man sich einfach begeistern: An einem Thronsaal, den Klaas Ruitenbeek vom Museum für Asiatische Kunst von dem chinesischen Architekten Wang Shu einrichten lassen will.

An Ausstellungen, die nach Kontinenten und Themen sortiert werden sollen, wie Viola König vom Ethnologischen Museum erläuterte. Chinesen, Maori, Kenianer sähen das Humboldt-Forum als Schaufenster ihrer Nationen, wo sie nicht mehr auf die Rolle als Opfer des Kolonialismus reduziert werden. Aber auch bei der Ausstattung des künftigen Schlosses geht es schon heute um fehlendes Geld, der Umzug aus Dahlem muss langfristig vorbereitet werden. Dafür fehlen die Mittel, so Parzinger. Nicht einmal die Desinfektion von Objekten, die mit Insektiziden behandelt wurden, sei finanziert.

Und dann solche Fragen: Warum fehlt Europa im Humboldt-Forum, wenn es doch eine „Reise um die Welt“ werden soll? Gehört Europa nicht zur Welt? Hätten wir mehr Fläche, würden wir auch Europa zeigen, sagt Parzinger und schaut zu seinem Kollegen von der Landesbibliothek. Denn die Bibliothek gehört eigentlich nicht ins Schloss.