Berlin - Das Schloss wird bald wieder stehen, aber wie es drumherum aussehen wird, ist noch nicht in allen Teilen entschieden. Der Schlossplatz wird gepflastert, das steht fest. Schlicht soll es sein um das künftige Humboldtforum, einstige Terassen und Balustraden nur durch Bepflanzung angedeutet werden. Das Einheitsdenkmal wird gebaut, wo einst Kolonnaden und ein Kaiserdenkmal standen.

Das passt dazu. Vielleicht kommt der Neptunbrunnen zurück an seinen Platz zwischen Schloss und Marstall. Ein Geschenk der Stadtväter an den Kaiser, aber der mochte ihn nicht. So steht er eigentlich in Sichtweite des Roten Rathauses – sein jetziger Platz – garnicht so schlecht. Und die Oranier, die einst die Schlosseite zum Lustgarten als Standbilder schmückten – die gibt es, wie manches andere, sowieso nicht mehr.

Rossebändiger und Oranier

Die Balustrade an der Lustgartenseite des Schlosses schmückten zwei Rossebändiger, fünf Oranierfürsten und eine Adlersäule. Die Rossebändiger stehen heute im Kleistpark.  Von den fünf ehemals mehr als 2,70 Meter hohen Bronzeskulpturen existiert nur noch eine als Original. Die Adlersäule ist  verschollen.  Lediglich das Kapitell der Säule ist vorhanden, es befindet sich im Innenhof des Pergamonmuseums. Der Adler soll nach Sanssouci gebracht worden sein, dort verliert sich die Spur.

Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I.

Das Denkmal an der Spree bestand aus Kolonnaden, links und rechts eine Quadriga, in der Mitte die neun Meter hohe Reiterstatue des Kaisers. Heute noch erhalten: der Sockel am historischen Platz, zwei Löwengruppen – heute vor dem  Raubtierhaus im Tierpark – und eine der Adlerfiguren, die steht nun im Innenhof des Märkischen Museums.

Neptunbrunnen

Neptunbrunnen Anfangs wurde er Kaiserbrunnen, dann Schloßbrunnen, oder auch, nach seinem Schöpfer Reinhold Begas, Begasbrunnen genannt. Befand sich vor dem Berliner Stadtschloss auf dem historischen Schloßplatz. Heute steht der am 1. November 1891 eingeweihte Brunnen auf dem Platz  vor dem Fernsehturm gegenüber von Rotem Rathaus und Marienkirche.

Die Schale

Auf dem Sockel des  Nationaldenkmals soll einmal  das  Denkmal für Freiheit und Einheit stehen, das hat der Bundestag  schon vor über zehn Jahren beschlossen und gerade bestätigt – womit ein jahrelanges Hin und Her beendet wurde. Die begehbare Schale mit dem Titel „Bürger in Bewegung“ –  ein Entwurf von Johannes Milla aus Stuttgart und der Choreografin Sasha Waltz aus Berlin – wird gebaut“, auch wenn sie rund fünf Millionen Euro mehr kostet als geplant.