Laut Schätzungen halten sich die 3,7 Millionen Menschen, die aktuell in Berlin leben, etwa 100.000 Hunde – damit ist die Hauptstadt eine der Bello-Metropolen. Während viele Berliner das Leben hier genießen, ist das bei Vierbeinern anders.

„Für Hunde ist eine Stadt wie Berlin eine echte Herausforderung“, hat mir neulich Tiertrainerin Svenja Rother erklärt. Immer wieder sieht sie, was die Tiere in der Großstadt erleiden müssen. Läufige Hündinnen zum Beispiel, die von männlichen Hunden besprungen werden – natürlich ungefragt. Auch Rother muss immer wieder fremde Tiere von ihrer Hündin Matilda herunterziehen.

Und dann noch diese Streicheleinheiten! Vor allem bei Hunden, die man nicht kennt, ein Risiko. „Für Tiere, die geschlagen wurden, ist eine von oben kommende Hand eine Bedrohung“, sagt Rother. Fühlen sie sich bedroht, flüchten oder beißen sie. Woher sollen das streichelwütige Hundefreunde wissen?

„Liesmich-Westen“ – auch für Menschen sinnvoll

Die Tierfreundin hat nun eine Lösung gefunden: Sie erfand, gemeinsam mit Designerin Sabine Spanheimer, eine Warnweste für Hunde. Gemacht sind die „Liesmich-Westen“ aus Neopren und Cordura, denn Hunde brauchen Bewegungsfreiheit, aber das Material muss robust sein. Zu haben sind sie in den Größen S, M und L. Der Clou: An den Seiten sind austauschbare „Signal-Patches“ angebracht, die mit Botschaften wie „Läufig“ oder „Vorsicht, Abstand halten!“ schon auf die Entfernung verkünden, dass jener Hund kein einfaches Tier ist.

Man darf gespannt sein, ob sich diese Idee auch irgendwann bei Menschen durchsetzt. Zum Beispiel bei Hundehaltern, die die Häufchen ihrer Tiere nicht entfernen. Für sie wären Westen mit Aufschriften wie „Vorsicht, Ferkel!“ mit Sicherheit ein nachgefragtes Weihnachtsgeschenk.