Hunde-Restaurant am Grunewaldsee in Berlin: Mensch und Hund an einem Tisch

Zuerst wird gelaufen. Daran führt im wahrsten Sinne des Wortes kein Weg vorbei. Und für die Hunderte von Hunden, die ihre Wochenendrunden – zuzüglich ihres Erziehungspersonals – rund um den Grunewaldsee drehen, sowieso nicht. Die Zahl der Hunde dürfte jetzt dort sogar noch mehr werden. Denn ab Mitte Mai sind alle Uferwege rund um den Schlachtensee und Krumme Lanke für diese Tiere gesperrt. Der Grunewaldsee ist dann das einzige Hundeauslaufgebiet weit und breit.

Klar, dass es da auch unternehmerische Initiativen gibt, Tier und Begleitung ordentlich zu betreuen. Im Forsthaus Paulsborn, an dem die Läufer auf ihrem Rundweg auf jeden Fall vorbeikommen müssen, ist dafür Johanna Wahlig zuständig. Die 44-Jährige hat vor Jahren den Bundespressestrand unweit des Berliner Hauptbahnhofes initiiert. Inzwischen ist sie am Grunewaldsee gelandet. Und weil hier Mensch und Tier unzertrennlich sind, kann man seinen Hund auch direkt mit ins Restaurant nehmen. Für die nicht so ganz treppenstufenfitten Vierbeiner gibt es sogar eine extra gelenkschonende Zugangsrampe.

In Zweisamkeit oder Grüppchen

Drinnen sitzt man dann in Zweisamkeit oder in Grüppchen – je nachdem, wie viele Tiere und Menschen sich pro Tisch zusammenfinden. Henry de Winter ist mit Bobby da, und während der immer elegant gekleidete Sänger noch Interviews gibt, wartet Drahthaarfoxterrier Bobby, erst einmal ab. Bobby ist ein ruhiger Zeitgenosse, bühnengestählt, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Normalerweise ist sein Frühstücksmenü einfach: Magerquark und Haferflocken. Diesmal gibt es für Bobby im Napf Rind, Nudeln und Karotten – alles frisch und ökologisch, wie David Spanier von Pets Deli versichert, der das Futter zum Drinnen- und draußen-Verzehr anbietet.

Der 32-Jährige hat seit dem 1. März 50 Menüs im Angebot – bis zum Känguru-Fleisch. Weil das, so sagt Spanier, vor allem für allergische Hunde ein Genuss ist. „Känguru frisst sich leicht und verursacht keine Verdauungsbeschwerden.“ Direkt neben dem Forsthaus hat er seinen Stand aufgebaut, und wird von Hunden und Menschen umlagert. Denn auch Hunde mögen Bananen, Brokkoli, Beeren, Nudeln, Huhn, Wild, Fisch, Pute, Karotten, Reis und Kartoffeln – die volle Speisekarte. Zwei bis fünf Euro kosten die Tierportionen, die zwischen 150 und 500 Gramm enthalten. Das alles können sie, also die Hundebesitzer, auch selbst essen, versichert Spanier: „Anders als konventionelles Tierfutter.“ Da sei schon der Hinweis „30 Prozent Fleisch und Zusätze“ verdächtig: Zusätze, sagt er, sind Abfälle – Haut, Haare, Galle und Geschlechtsteile.