Das Projekt, im dicht besiedelten Friedrichshain eine Straßenbahnstrecke zum Bahnhof Ostkreuz zu bauen, stößt auf Gegenwind. Viele Bürger und Institutionen haben Einwendungen geäußert, die nun von der Senatsverkehrsverwaltung und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ausgewertet werden.

Es geht um den Plan, den wichtigsten Nahverkehrsknoten im Osten von Berlin besser ans Liniennetz der BVG anzubinden. Die geplante 1240 Meter lange Straßenbahnstrecke soll von der Boxhagener Straße zur Marktstraße führen – über Holtei- und Sonntagstraße. Zwei Linien sollen dort verlaufen, die 21 und die neue 22. Senat und BVG hoffen, dass Ende 2020, spätestens 2021 die ersten Bahnen rollen.

Inzwischen hat das Planfeststellungsverfahren, das zur Genehmigung führen soll, begonnen. Bis Anfang Februar lagen die Pläne aus, danach war zwei Wochen Zeit für Einwendungen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht, wie die Berliner Zeitung von Behördensprecher Matthias Tang erfuhr.

Mitte Februar lagen zum Straßenbahnprojekt Ostkreuz rund 800 Einwendungen von Bürgern vor, davon etwa 500 über zwei Sammellisten, teilte Tang mit. Von „Trägern öffentlicher Belange“, zu denen die Behörden gezählt werden, kamen fünf Einwendungen. In 17 Fällen äußerten sich Unternehmen, die Leitungen betreiben. Auch zwei anerkannte Naturschutzverbände äußerten Bedenken gegen das Projekt.

Von 160 Parkplätzen bleiben 55

Dem Vernehmen nach kommen viele Einwendungen aus der Wohnanlage Helenenhof. Dort wurde Berichten zufolge auch geäußert, dass bei den vorbereitenden Untersuchungen zum Schall und zu Erschütterung die Dachgeschosse der angrenzenden Häuser nicht einbezogen worden seien. Wenn dem tatsächlich so wäre, hätten die Planer einen wichtigen Aspekt vergessen.

„Zu den Dachgeschossen können wir derzeit keine Aussage treffen, da diese Frage Gegenstand der Erwiderung durch die BVG ist, die gerade von der BVG erarbeitet wird“, entgegnete der Sprecher der Senatsverkehrsverwaltung.

Der Bezirk, der Fahrgastverband IGEB und Bewohner im weiteren Umkreis befürworten das Projekt. Doch unmittelbar entlang der Trasse gibt es Unmut. So sollen von 160 Parkplätzen lediglich 55 bleiben. Zudem wird Lärm befürchtet. Bis zu 192 Mal pro Tag soll eine Tram durch die Sonntagstraße rollen.