Teilnehmer der Fahrraddemonstration auf der Oberbaumbrücke.
Foto: Christoph Soeder/dpa

BerlinRund 1000 Menschen haben am Samstag in Berlin mit einer Fahrrad-Demonstration ein Zeichen für mehr Pop-up-Radwege in der Hauptstadt gesetzt. Die etwa 37 Kilometer lange Kreisfahrt rund um das Stadtzentrum führte die Radfahrer vom Potsdamer Platz durch Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Wedding, Charlottenburg und zurück zum Potsdamer Platz.

Die Polizei sprach um kurz nach 15 Uhr von 700 Teilnehmern, es stießen aber im Streckenverlauf immer mehr dazu, berichtet dpa. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Berlin hatte zu der Rundfahrt aufgerufen und auch Familien mit Kindern eingeladen.

Zum Weltkindertag am 20. September forderte der Fahrradclub „eine Stadt, in der sich auch Kinder sicher und selbstständig mit dem Rad bewegen können“. In der Corona-Krise seien viele Menschen aufs Rad umgestiegen. Alleine im Juli habe Berlin mehr als 2,3 Millionen Radfahrer gezählt.

Berliner Greenpeace-Aktivisten kündigten am Samstag an, auf einer viel befahrenen Straße im Zentrum der Hauptstadt, einen sicheren Radweg zu schaffen, wo sonst Lebensgefahr drohe. Auf einem Fahrstreifen der zweispurigen Chausseestraße (zwischen Invaliden- und Torstraße) würden „radfahrende Erwachsene und Kinder mit einer Menschenkette vor dem Autoverkehr“ geschützt werden, hieß es in einer Mitteilung.

Linke Gruppen gehen für Umverteilung auf die Straße

Bei einem weiteren Demonstrationszug zogen Gruppen vom Aktionsbündnis „Wer hat, der gibt - Die Reichen müssen für die Krise zahlen“ vom Berliner Adenauerplatz über den Kurfürstendamm bis zum Wittenbergplatz.

Die Organisatoren der Demonstration forderten die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, eine bessere Bezahlung für „systemrelevante Berufe“ wie Krankenpfleger, Erzieher oder Kassierer sowie ein Verbot von Dividendenauszahlungen für Unternehmen, die Staatshilfe bekommen.