Sonderabfälle in Schutzgebiete gekippt oder Gewässer verunreinigt - die Zahl von mutmaßlichen Umweltkriminellen in Berlin hat zugenommen. Im gesamten Jahr 2017 wurde gegen 736 namentlich bekannte Verdächtige ermittelt, in diesem Jahr waren bis zum 13. Juli schon 591 Personen im Visier der Ermittler, wie aus der Antwort der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux hervorgeht.

Seit 2013 wurde laut Angaben gegen rund 3100 Verdächtige ermittelt. Besonders krass war der Anstieg im Vorjahr. 2016 betrug die Zahl der Verdächtigen noch 325, ein Jahr später waren es mehr als doppelt so viele. Die Anzahl der Fälle wurde nicht angegeben.

Mögliche Strafe: Bis zu drei Jahre Haft

Bei Umweltverschmutzung, die strafbar ist, sei die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, sagte Lux. Gewässer-, Boden- oder Luftverunreinigung kann mit Haft bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden. Die Polizei müsse Zeit und Luft haben für zielgerichtete Kontrollen.

Der Grünen-Abgeordnete hatte auch nach Verstößen gegen den Tierschutz gefragt. 2017 betrug hier die Zahl der Verdächtigen, gegen die ermittelt wird, 161. In diesem Jahr wurden bis zum 13. Juli Verfahren gegen 63 Verdächtige eingeleitet. Laut Verwaltung mussten auch etliche Verfahren eingestellt werden, da Tatverdächtige nicht ermittelt werden konnten. (dpa)