Berlin - „Die verbliebenen Personen können jederzeit vom Dach stürzen, insbesondere da sie ohne Nahrung und mit einer nur unzureichenden Flüssigkeitsaufnahme leben“, heißt es in dem Brief.

Unterdessen hat ein weiterer Besetzer des Dachs aufgegeben. Der Mann aus Niger stieg am Donnerstag gegen 19 Uhr vom Dach des Hostels, das Anfang vergangener Woche von einer Gruppe von Flüchtlingen besetzt worden war. „Auf dem Dach befinden sich jetzt nur noch sechs Menschen“, sagte eine Polizeisprecherin am Freitagnachmittag.

Um dem Protest Nachdruck zu verleihen, drangen am Freitag etwa 15 Unterstützer von Flüchtlingen ins Foyer der Senatsinnenverwaltung ein. Die Gruppe, die den Innensenator sprechen und auf die Probleme der Flüchtlinge in der Stadt aufmerksam machen wollte, wurde durch die Polizei hinausbegleitet.

Wohncontainer für Flüchtlinge

Nach der Ankündigung von Sozialsenator Mario Czaja (CDU), Wohncontainer für Flüchtlinge aufzustellen, sucht seine Behörde jetzt nach geeigneten Standorten. Nach Angaben der Behörde müssen sich fast alle Bezirke auf weitere Containerdörfer einstellen. Ausgenommen sind Lichtenberg, Spandau und Mitte, die ihr Soll bereits übererfüllt haben. Angesichts der Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen will der Senat noch am Wochenende in Wedding zwei leerstehende Schulen als Notunterkünfte zur Verfügung stellen.

Auch Friedrichshain-Kreuzberg sieht sein Vorhaben gefährdet, in der Gerhart-Hauptmann-Schule an der Ohlauer Straße ein Flüchtlingszentrum mit medizinischer und sozialer Beratung unterzubringen. Das Land äußerte den dringenden Wunsch, dass die Zahl der Schlafplätze in dem Haus von derzeit 70 auf 120 aufgestockt wird.