Die Deutsche Bahn hält eine Wiederbelebung der Station Zoologischer Garten als Fernbahnhof in Berlin für denkbar. Das Unternehmen untersuche „alle Möglichkeiten, das Angebot für unsere Kunden zu verbessern“, sagte der Bahn-Konzernbevollmächtigte für Berlin, Alexander Kaczmarek, am Sonntag. Er reagierte damit auf einen Vorstoß des Stadtentwicklungssenators Andreas Geisel (SPD). Er hatte am Samstag dafür plädiert, wieder ICE und Intercitys am Bahnhof Zoo halten zu lassen.

Seit der Eröffnung des Hauptbahnhofs vor zehn Jahren ist das nicht mehr der Fall. Im Zentrum des Berliner Westens gibt es damit keinen Fernbahnhof mehr. Diese Funktion haben derzeit außer dem Hauptbahnhof die Stationen Südkreuz, Spandau, Gesundbrunnen und Ostbahnhof.

"Berlin verträgt Ostbahnhof, Zoo und Hauptbahnhof"

Kaczmarek sagte zu den Überlegungen der Bahn: „Das ist ein sehr komplexes Geflecht, an dem wir jetzt stricken. Ob wir da zu einer Lösung kommen, kann ich noch nicht versprechen. Aber wir versuchen unser Möglichtes.“ Der Halt von Fernzügen am Bahnhof Zoo bedeute für den Regionalverkehr „unter Umständen Einschränkungen, Verspätungen, Verschiebungen. Anschlüsse beispielsweise in Cottbus oder Wittenberge werden nicht mehr erreicht.“

Geisel sagte, Berlin mit seiner wachsender Bevölkerung könne „mehrere Fernbahnhöfe in der Stadt gut gebrauchen“. Es sei auch im Interesse der Bahn in ihrer Konkurrenz zu Flugzeug und Auto, „wenn man viel näher an die Bahnhöfe rankommt. Also, Berlin verträgt den Ostbahnhof, den Bahnhof Zoo und den Hauptbahnhof“, sagte der Senator im RBB. (dpa)