„Ich bin lesbisch.“ Diese Worte sind Paola Paredes sehr schwer über die Lippen gekommen. Die aus Ecuador stammende Fotografin war schon mehrmals kurz davor, sich vor ihrer Familie zu outen. Doch die letzte Courage hat ihr jedes Mal gefehlt. Als Fotografin hat sie aus ihrem Coming-out nun ein Foto-Projekt mit dem Titel unveiled (dt. enthüllt) gemacht.

Das Coming-out hat Paola Paredes wochenlang vorbereitet. Drei Kameras sollten jede Regung ihrer Eltern, ihrer Schwestern und ihre eigenen Gefühle einfangen. Alle fünf Sekunden löste der Selbstauslöser aus. Herausgekommen ist ein sehr bewegender Fotobericht eines Coming-outs und der schonungslose Blick auf eine sehr intime Familiensituation.

Die angespannte Körperhaltung Paolas, die Tränen der Schwestern als diese merken, wie Paola mit den Worten kämpft, und die erlösende und tröstliche Umarmung ihres Vaters zeigen, wie schwer es der jungen Frau gefallen sein muss. Doch alles geht gut. Die Familie nimmt das Coming-out der jüngsten Tochter trotz aller Befürchtungen rührend und zugewandt auf.

Vorbereitet hat Paola Paredes den Moment viele Wochen vorher. Damit sich die Eltern ungezwungen vor der Kamera verhalten, zog sie drei Wochen vor dem Experiment bei den Eltern ein, um deren Alltag zu portraitieren.

Paolas Eltern akzeptieren nicht nur das Outing ihrer Tochter, sie stehen auch voll hinter ihrem Projekt unveiled und sind mit einer Veröffentlichung der intimen Bilder einverstanden. Auf ihrer Internetseite zeigt Paola Paredes alle Fotografien zum Projekt und erklärt die Entstehensgeschichte.

Hier sieht man in einem Time-Lapse das komplette Coming-out.