Sein Abschlussfilm „Dicke Mädchen“ ließ den Regiestudenten Axel Ranisch 2012 nicht nur den Studienabschluss „mit Auszeichnung„ bestehen, sondern brachte auch glänzende Kritiken und so manche Auszeichnung auf Festivals, von denen die lobende Erwähnung auf dem Chicago Underground Film Festival in der Kategorie „Die nicht kategorisierbaren Besten“ nicht die höchste, aber eine der schönsten war. Ranisch hatte diesen Film mit einem Budget von 517,32 Euro realisiert, was nur mit der Selbstausbeutung aller Beteiligten funktionierte. Sogar Oma musste mitspielen und kostenlos ihre Wohnung als Drehort zur Verfügung stellen.

Deshalb freut Ranisch sich auch so, dass bei seinem neuesten Filmprojekt „Ich fühl mich Disco“ eine deutlich höhere Summe zur Verfügung stand: „Diesmal hatte das Budget drei Nullen mehr. Alle haben Geld bekommen, was ein sehr gutes Gefühl ist.“ Ranisch, der am Mittwochabend mit Crew und Freunden in der Kulturbrauerei die Premiere von „Ich fühl mich Disco“ feierte, schwimmt trotzdem nicht im Geld. Derzeit steht er in Halle als Kommissar in einer Thrillerverfilmung vor der Kamera: „Das macht Spaß und sichert die Miete.“

Am Fennpfuhl in Lichtenberg bewohnt er eine Plattenbauwohnung, von der aus er jene Wohnung sehen kann, in der viele Szenen für „Ich fühl mich Disco“ gedreht wurden. Auch die mit seinem Professor Rosa von Praunheim, der sich selbst spielt.

Sein ehemaliger Schüler resümiert: „Rosa ist komplett regieresistent. Er macht aus Prinzip nie das, was man ihm sagt. Leider aber auch nicht das komplette Gegenteil, denn darauf könnte man sich ja gut einstellen.“ Ranischs „Ich fühl mich Disco“ startet diesen Donnerstag in den deutschen Kinos. Wer später gern seinen Enkeln kennerisch erzählen möchte, die Karriere dieses Giganten des deutschen Kinos von Anfang an verfolgt zu haben, sollte seinen ersten Film mit richtigem Budget nicht verpassen.