Schauspielerin Urte Blankenstein, besser als DDR-Kultfigur Frau Puppendoktor Pille bekannt.
Foto: BLZ/Carsten Koall

BerlinFast jeder, der in der DDR als Kind aufwuchs, kennt sie als Frau Puppendoktor Pille. Schauspielerin Urte Blankenstein (76), die in dieser Rolle von 1968 bis 1988 in über 1000 „Abendgruß“-Folgen des Sandmännchens im DDR-Fernsehen zu sehen war und heute noch mit schwarzer Perücke und der großen Brille auf der Bühne steht. Nun hat sie ein Buch über ihr Leben geschrieben, blickt darin ausführlich auf ihre Kindheit zurück. Davon verbrachte Blankenstein mit ihrer Schwester Elke vier Jahre im DDR-Kinderheim. „Für mich war das alles andere als schlimm. Im Gegenteil, ich habe dort eine sehr schöne Zeit verbracht“, sagt sie im Gespräch mit der Berliner Zeitung.

Wenn Frau Puppendoktor jemandem erzählt, dass sie im Kinderheim war, habe sie manchmal den Eindruck, dem Zuhörern eine recht bittere Pille zu verpassen. „Ich werde bedauert, weil diese Zeit nach jetziger Auffassung für mich eine sehr schreckliche gewesen sein muss. Einige bewundern mich sogar dafür, dass ich nicht kriminell geworden bin“, sagt Blankenstein. „Das zeigt, wie einseitig man diese Heime heute sieht. Ich erlebte dort nicht die Hölle, keinen Missbrauch oder die Gewalt, von denen andere einstige DDR-Heimkinder berichten.

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