Berlin - Wo, wenn nicht in Berlin? Die gleichgeschlechtlichen Ampelmännchen stoßen auch in der Hauptstadt auf Zustimmung. Die Ampelmann GmbH fand die Wiener Idee sogar so charmant, dass sie ihre Designer sofort beauftragte, Berlins Kult-Ampelmänner um eine Riege homosexueller Pärchen zu erweitern. „Schließlich ist ja auch bald Christopher Street Day in Berlin“, sagt Ampelmann-Geschäftsführer Markus Heckhausen. Der Christopher Street Day (CSD) wäre für ihn auch der perfekte Termin für den ersten Einsatz der Liebes-Ampelpärchen.

Die Veranstalter der großen Lesben- und Schwulen-Parade hätten naturgemäß auch nichts gegen ein derartiges politisches Statement auf Berlins Straßen: „Wir würden uns wünschen, dass der Senat die Initiative der Ampelmann GmbH unterstützt und umsetzt“, sagt Angela Schmerfeld vom CSD.

Unterstützung kommt aus der SPD – und zwar von oberster Stelle: „Klar, das ist eine schöne und kreative Idee aus Wien und würde gut zu Berlin passen“, sagt Berlins SPD-Chef Jan Stöß. Er wäre für gleichgeschlechtliche Ampelmänner- und frauen.

Steht den Pärchen-Symbolen also nichts mehr im Weg? Fast. Denn da gibt es noch die für Ampeln zuständige Behörde, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Dort weiß man noch wenig vom und zum Thema. Eine erste Anfrage ergab, dass diesbezüglich noch keine Anträge vorliegen.

Bei einer zweiten Anfrage verweist eine Sprecherin zuerst auf die Straßenverkehrsordnung StVO. Man wisse nicht, ob die alternativen Ampelmännchen damit vereinbar wären. Auf den Hinweis, dass in Wien und München ebenfalls eine StVO gilt, heißt es dann: „Es ist in Berlin nicht mal angedacht!“