Berlin - Eigentlich war bereits alles entschieden: Das Guggenheim Museum in New York hatte sich für sein weltweites Projekt BMW-Guggenheim Lab in Berlin für das Pfefferberg-Gelände an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg entschieden. Das temporäre Forschungslabor, eine Mischung aus Ideenschmiede und öffentlichem Forum, begann im Sommer 2011 in New York. Zweite Station wird vom 24. Mai bis 29. Juli 2012 die deutsche Hauptstadt sein.

Doch für die Kuratoren des BMW-Guggenheim Lab, allesamt ortsfremd, ist der Pfefferberg nicht mehr der geeignete Ort für das Projekt. Er ist schlicht zu klein, es fehlt der Platz. Stattdessen werden die Kuratoren ihr 250 Quadratmeter großes Freiluftlabor auf einer riesigen Brache in Kreuzberg errichten, Schlesische Straße, Ecke Cuvrystraße, also direkt an der Spree, nahe Oberbaumbrücke. „Dort gibt es mehr Möglichkeiten für ein offenes Programm“, sagt Thomas Girst, Leiter der BMW-Kulturabteilung. Das Gelände gehört einem Münchner Investor. Auf dem Areal sollen im Rahmen des umstrittenen Großprojekts Mediaspree Bürohäuser und Hotel entstehen.

Besser könnte der neue Ort nicht zum Thema des Guggenheim Lab passen. Es geht um die Entwicklung der Stadt, ihre Zukunft, um die Bedürfnisse der Bewohner. Wissenschaftler, Architekten und Künstler halten Vorträge, es gibt Gesprächsrunden und Workshops. Lokale Initiativen und Gruppen beteiligen sich. Bis 2016 wird das BMW Guggenheim Lab in weiteren Großstädten der Welt errichtet.