Ihnen gehört die Stadt: Das sind die größten Immobilienbesitzer in Berlin

Die Mieten steigen, der Wohnraum wird knapp, der Markt ist „überhitzt“. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über neue Milieuschutzgebiete und die Mietpreisbremse diskutiert wird. Die Rolle des ewigen Feindbilds ist dabei schnell verteilt: Investoren, Spekulanten und Großeigner. Doch über wen genau wird da eigentlich - nicht selten polemisch - gestritten? Wie groß sind die jeweiligen Bestände? Wir stellen Ihnen kurz die größten Immobilieneigentümer in Berlin - und in Deutschland - vor. 

Der größte Eigentümer in Berlin

In Berlin ist Berlin selbst das größte Wohnungsunternehmen mit zirka 300.000 Wohnungen, die sich auf die sechs landeseigenen Wohnungsbauunternehmen degewo AG, Gesobau AG, Gewobag AG, Howoge, Stadt und Land und Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) aufteilen. Das entspricht etwa jeder sechsten Wohnung in der Hauptstadt. Bis 2026 soll der Bestand auf 400.000 Wohnungen anwachsen.

Der größte private Investor in Berlin

Die Deutsche Wohnen hat einen Bestand von 163.000 Wohnungen mit einem Wert von rund 18,9 Milliarden Euro. 71 Prozent davon bewirtschaftet der Konzern in Berlin. Das sind etwa 115.000 Wohnungen. Die Deutsche Wohnen erwirtschaftet mit ihrem Portfolio rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz. In der Liste der größten Unternehmen weltweit belegte es 2017 Platz 868. Der Börsenwert liegt bei rund 17 Milliarden Euro.

Der Berlin-Spezialist

Ado Properties mit Sitz in Luxemburg ist ein börsennotiertes Unternehmen, das ausschließlich in Berlin tätig ist. Das Unternehmen erwirtschaftete mit seinen rund 24.000 Wohnungen Mieteinnahmen von rund 110 Millionen Euro. Der Buchwert der Immobilien wird auf rund 3,8 Milliarden Euro beziffert.

Der größte Eigentümer bundesweit

„Eines der größten Portfolios hierzulande“ bewirtschaftet der Bund nach eigener Aussage selbst. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) betreut und verwaltet derzeit etwa 16.000 Liegenschaften, 728 davon in Berlin. In ihrem Eigentum befinden sich rund 470.000 Hektar Grundstücksfläche und 36.000 Wohnungen. Die BimA verwaltet nahezu alle dienstlich genutzten Immobilien des Bundes und bewirtschaftet diese. Laut Bundesfinanzministerium beschäftigt sie 6500 Mitarbeiter.

Das Liegenschaftsvermögen hat einen Wert von etwa 19,3 Milliarden Euro. Jährlich werden 3,2 Milliarden Euro an Kaltmieten eingenommen. Rund 2,2 Milliarden Euro an den Bundeshaushalt überwiesen. Jährlich werden 2.000 bis 3.000 Objekte, die der Bund nicht mehr zur Erfüllung seiner Aufgaben benötigt, vermarktet. So hat die BimA etwa 265 Hochbunker für 70 Millionen seit ihrem Bestehen verkauft. Zwischen 2005 und 2017 wurden 28.000 Kaufverträge abgeschlossen, unter anderem auch der umstrittenen Verkauf des Dragonaareals. In Berlin hält die BimA rund 4600 Bundeswohnungen.

Der größte private Eigentümer bundesweit

Das größte private Wohnungsunternehmen in Deutschland ist Vonovia mit einem Umsatz von rund 3,6 Milliarden Euro. Der Verkehrswert der Wohnungen von Vonovia beträgt laut eigenen Angaben rund 38,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen steigerte damit den Wert seines Immobilienvermögens um 15,1 Prozent gegenüber dem letzten Quartal. Die Mieteinnahmen aus der Bewirtschaftung beliefen sich auf rund 418 Millionen Euro.

Das größte Problem

Berlin wächst jährlich netto um rund 40.000 Bewohnerinnen und Bewohner. Derzeit fehlen bundesweit ca. 4,5 Millionen Sozialwohnungen, etwa 50.000 Wohnungen fallen jährlich aus der Bindung.

In besonders angespannten Lagen, wie in Berlin, sind die Bodenrichtwerte in den letzten zehn Jahren durch massive Spekulationen um bis zu 1000 Prozent gestiegen. Momentan entstehen jedes Jahr etwa 25.000 neue Sozialwohnungen in Deutschland. Nötig sind bundesweit jedoch jährlich 80.000.