Berlin - Es wird eng für Berlins Kleingärten. Wohnungsnot und Platzmangel bedrohen die grünen Oasen. Doch anstatt den Kopf ins Beet zu stecken, haben sich die Pankower Kleingartenverbände erstmals zusammen getan und gehen mit einer neuen Öffentlichkeitskampagne offensiv vor: „Da wächst was“.

Hecken hoch, Schotten dicht. Was außerhalb der eigenen Scholle passiert, interessiert mich nicht die Bohne. Auch Klischees wie diesem wollen die Kleingärtner mit Humor begegnen.

„In die Debatte, ob Stadtgrün oder Bauland wichtiger ist für Berlin, schalten wir uns gerne ein. Wir werben für Kleingärten und wollen zeigen, welchen Wert sie für die wachsende Stadt haben: ökologisch, sozial und ökonomisch“, heißt es auf der neuen Internetseite.

Investoren wollen Rendite und Kleingärtner ihre Ruhe. Dass dies auf einem heiß umkämpften Pflaster wie Berlin nicht mehr zusammenpasst, hat auch der letzte Laubenpieper begriffen. „Es ist fünf nach zwölf“, sagt Sebastian Krumeich, Urheber der Kampagne und selber Gärtner in der Anlage Bornholm II.

Auf seinem fruchtbaren Mist wachsen so eingängige Wortneuschöpfungen wie Klimasseure, Revoluftionäre, Biotopmanager oder Faunanziers. Auf großen Plakaten und Postkarten sollen die Slogans wach machen und zeigen, wie vielfältig der Nutzen der Kleingärten für alle Berliner ist.

Win-Win-Situationen schaffen

Kleingärten sind: Lebensraum, Gemeinschaft, grüne Lunge, Naherholungsgebiet, offen für alle. Die Bezirksverbände der Kleingärtner bieten bereits jetzt offene Gärten für Kitas und Schulen, Mehrgenerationengärten, Gärten, die 24 Stunden offenstehen, zum Naschen, zum Werkeln, zum Erholen, Imkergärten und fachliche Beratung für Jedermann an. Doch von all den Angeboten bekommt Normalo selten Wind.

Bis jetzt. Auf der Seite „Da wächst was“ entsteht ein Rahmen, in dem Kleingärtner zeigen können, was sie können. „Uns ist klar, dass nicht alle Kleingartenanlagen überleben werden“, sagt Viola Kleinau, die Vorsitzende des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Pankow e.V. „Doch für die, die bleiben, wollen wir mit Offenheit Win-Win-Situationen schaffen.“