Die seit vielen Jahren SPD-geführte Bildungsverwaltung bekommt die Defizite in der Unterrichtsqualität an Berliner Schulen nicht in den Griff. Mit der Schulreform von 2010 und der damit verbundenen Abschaffung der Hauptschulen sollte eigentlich eine Wende zum Positiven gelingen. Doch die monatelang unveröffentlicht gebliebenen Ergebnisse der zentralen Prüfungen am Ende der 10. Klassen aus 2018 zeigen nun die schlechtesten Schülerleistungen seit Jahren.

Ausgerechnet an den Schulformen, die die bildungspolitische Wende für Berlin bringen sollten, fällt die Misserfolgsquote so hoch aus wie noch nie: 13 Prozent der Zehntklässler schafften im vergangenen Jahr an den Sekundarschulen keinen Abschluss. Das ist ein viel zu hoher Wert, weil Jugendliche hier perspektivlos bleiben.

Auch Gemeinschaftsschulen schneiden schlecht ab

Und auch an den Gemeinschaftsschulen klaffen Anspruch und Wirklichkeit offenbar weiter auseinander, als es viele rot-rot-grüne Bildungspolitiker wahrhaben wollen. Denn an ihren Lieblingsschulen, an denen alle Schüler von der 1. bis mindestens zur 10. Klasse gemeinsam lernen, haben sogar 15 Prozent der Schüler keinen Abschluss geschafft. An den Gemeinschaftsschulen scheint es im Fachunterricht in den Kernfächern offenbar mehr Probleme zu geben als bisher angenommen.

Gespannt darf man sein, wie die von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) nun angekündigte Qualitätsoffensive demnächst im Detail aussehen wird. Offenbar wird es in der Schulanfangsphase mehr Deutschunterricht geben. So neu ist die Erkenntnis, dass es an Berliner Schulen beim Schreiben, Lesen und Rechnen oft an Grundlagen mangelt, aber nicht.