So ist das Kfz-Sicherstellungsgelände an der Biesdorfer Cecilienstraße gesichert.
Foto: Eric Richard

BerlinEigentlich soll die Polizei  Einbrecher jagen. Doch sie ist schon selbst mehrfach Opfer von Einbrechern geworden. Allein auf ihren beiden Dienststellen, wo sie beschlagnahmte Autos abstellt, gab es von 2011 bis 2019 insgesamt 37 Einbrüche.

So steht es in einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber. Auf dem Sicherstellungsgelände an der Belziger Straße in Schöneberg gab es seit 2017 insgesamt sieben Einbrüche.

Wesentlich dramatischer sieht die Situation an dem nur schwach gesicherten Sicherstellungsgelände an der Cecilienstraße in Biesdorf aus: Dort gab es von 2011 bis 2019 insgesamt 30 Einbrüche. Mehrmals wurden dort beschlagnahmte Autos gestohlen. Die Täter hatten sich die Fahrzeuge, die ihnen weggenommen worden waren, einfach wiedergeholt. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei dort vier Einbrüche.

Einbrecher vernichteten Spuren an den Autos

2017, als es an der Cecilienstraße zehn Einbrüche gab, wurde ein BMW, der wegen falscher Kennzeichen beschlagnahmt war, gestohlen. Kurz danach kam ein Audi weg. Das Tor, durch das die Täter kamen, war lediglich durch eine Kette gesichert. In einem anderen Fall wurden dort Fahrzeuge in Brand gesetzt, wohl um Spuren zu vernichten.

An der Belziger Straße entleerten Einbrecher 2017 in einem Audi einen Feuerlöscher. Der Wagen wurde damals vermutet, dass er beim Diebstahl der 100-Kilo-Goldmünze aus dem Bode-Museum benutzt wurde. Für die Sicherung der Belziger und der Cecilienstraße sind laut Innenverwaltung ein Wachschutzunternehmen aus Friedrichshain und eines aus Leipzig zuständig.

Tom Schreiber fordert Sofortmaßnahmen zur Sicherung der Dienststellen. „Wenn Personen aus der Organisierten Kriminalität an den Tatfahrzeugen Spuren beseitigen können, dann läuft etwas gewaltig schief und untergräbt die behördlichen Aktivitäten zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität“, sagt er.

Nicht nur auf beschlagnahmte Autos haben es Einbrecher abgesehen. Im September 2017 verschafften sich Unbekannte Zutritt zur Polizeihistorischen Sammlung im Polizeipräsidium. Sie stahlen mehrere Exponate. Im August 2019 stahlen Einbrecher hochsensible Funktechnik der Polizei aus einem Hochhaus in Rudow. Zuletzt drangen in der Nacht zum 9. Januar Unbekannte an der Cecilienstraße ein und versuchten Buntmetall zu stehlen. Polizisten konnten sie verjagen.