Berlin - Auf dem Berliner Büro-Markt wird es eng: Unternehmen finden kaum noch freie Räume. Es drohe eine gefährliche Verknappung der Flächen, warnt der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA). Mit einer Leerstandsquote von 3,1 Prozent ist der Hauptstadt-Markt inzwischen fast so unter Druck wie Stuttgart (2,9 Prozent) und München (2,5 Prozent). Damit seien die Städte faktisch voll vermietet, teilte der ZIA der Deutschen Presse-Agentur mit.

In den sieben größten deutschen Städten hat sich der Leerstand demnach seit 2010 halbiert. Die Überkapazitäten aus der Zeit der Jahrtausendwende seien abgebaut. „Flächenengpässe können die Wirtschaftsentwicklung der Städte hemmen“, warnte ZIA-Experte Andreas Schulten vom Analyseunternehmen Bulwiengesa. Die Baupolitik dürfe sich nicht nur auf Wohnungen konzentrieren, forderte der Zusammenschluss von gut 20 Verbänden der Immobilienbranche.

Immer mehr Bürobeschäftigte

Hauptursache der Entwicklung ist der Zuzug hochqualifizierter Arbeitnehmer. Allein in Berlin stieg die Zahl der Bürobeschäftigten nach Angaben des Ausschusses von 2011 bis 2016 um 14,2 Prozent. Zwar wurden im vergangenen Jahr neue Büros mit einer Gesamtfläche von 209.000 Quadratmetern gebaut, was etwa 28 Fußballfeldern entspricht. Zugleich würden jedoch Bürogebäude zugunsten von Wohnungen abgerissen oder umgewandelt.

Ein gewisses Maß an Leerstand gilt als nötig, damit Immobilienmärkte funktionieren. Auch die Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner hatte kürzlich kritisiert, es würden zu wenig neue Büros in Berlin gebaut. Die Spitzenmieten übersteigen demnach in diesem Jahr die Marke von 30 Euro kalt je Quadratmeter. Zum einen siedelten sich Unternehmen aus dem In- und Ausland an, zum anderen expandierten die heimischen Unternehmen. (dpa)