Die gute wirtschaftliche Entwicklung in Berlin führt dazu, dass das Interesse ausländischer Investoren an Immobilien in der Hauptstadt wächst – mittlerweile kommen sie verstärkt aus Asien. So hat eine Investmentgesellschaft, hinter der japanische Anleger stehen, gerade erst den Büro-Komplex der Treptowers an der Elsenbrücke erworben. Das Sony Center am Potsdamer Platz ist bereits seit einigen Jahren in der Hand von Südkoreanern. Jetzt drängen zudem Käufer aus China auf den Berliner Immobilienmarkt. „Sehr aggressiv“ gingen die Chinesen vor, sagt ein Kenner der Immobilienbranche. Das heißt, sie sind bereit, hohe Preise zu zahlen, um Häuser und Grundstücke in der Hauptstadt zu erwerben. Größere Verkaufsabschlüsse der Chinesen wurden aber noch nicht bekannt.

Treptowers wechselten den Besitzer

Die Kauflaune auf dem Berliner Immobilienmarkt ist ungebrochen. Bis zum dritten Quartal dieses Jahres sind in Berlin große Geschäftsimmobilien im Wert von 2,3 Milliarden Euro verkauft worden. Das teilte das Immobilienberatungsunternehmen CBRE am Montag mit, das mit zirka 37 000 Mitarbeitern in mehr als 300 Büros auf der Welt aktiv ist. „Es gibt großes Interesse aus nah und fern“, sagte Fabian Hüther, der bei CBRE in Berlin für den Investmentbereich zuständig ist.

Bis Ende des Jahres würden sicher noch Geschäftsimmobilien im Wert von rund einer Milliarde Euro den Besitzer wechseln, schätzt Hüther. Damit würde der Umsatz zwar gegenüber dem Vorjahr etwas geringer ausfallen, als insgesamt rund 4,2 Milliarden Euro in diesem Segment umgesetzt wurden. Das liegt aber vor allem daran, dass die Zahl der Angebote in diesem Jahr geringer ist, nicht am Interesse. Immobilien in Berlin sind als sichere Wertanlage bei Investoren beliebt.

Neben den Treptowers, die für zirka 70 Millionen Euro den Besitzer wechselten, wurde in diesem Jahr bereits das Lindencorso Unter den Linden/Ecke Friedrichstraße für zirka 150 Millionen Euro verkauft, das Ensemble Kurfürstendamm 212-214 fand für 83 Millionen Euro einen neuen Besitzer.

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Außerdem ging das Bürogebäude Trias, in dem sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sitzen, in neue Hände über. Verkauft wurden zudem die Hallen am Borsigturm in Reinickendorf, das Gebäude Kudamm 195, das Jannowitzcenter an der Jannowitzbrücke und das Best Western Hotel am Spittelmarkt.

Ein arabischer Großinvestor mit dem Namen Arab Investments soll bereits 25 Prozent der Anteile am neuen Stadtviertel auf dem ehemaligen Wertheim-Areal am Leipziger Platz besitzen, das derzeit noch in Bau ist. Im Gespräch ist, dass Arab Investments auch die übrigen Anteile übernimmt. Der Berliner Unternehmer Harald G. Huth baut, wie berichtet, auf dem ehemaligen Kaufhausgelände ein neues Stadtviertel mit Läden, Wohnungen und Hotel.

Neben großen Ketten wie dem Elektronikmarkt Saturn ziehen dort auch Edelmarken wie Armani und Karl Lagerfeld ein. Die Fertigstellung ist für das kommende Jahr vorgesehen.

In Top-Lage: Spitzenmiete bei 320 Euro je Quadratmeter

Nach Angaben von Alexander Torwegge von CBRE gehört die Eröffnung auf dem Leipziger Platz zu den wichtigsten im kommenden Jahr. Konkurrenz macht der Leipziger Platz mit einer künftigen Einzelhandelsfläche von 76 000 Quadratmetern vor allem der Friedrichstraße, die laut CBRE nur rund 56 000 Quadratmeter Fläche für den Einzelhandel bietet. Die Makler von CBRE haben festgestellt, dass das Interesse nach Einzelhandelsflächen am Kurfürstendamm und am Tauentzien deutlich größer ist als in der City-Ost rund um die Friedrichstraße.

In den Top-Lagen, gerade im Umfeld des Apple-Store am Kudamm sowie auf der KaDeWe-Seite des Tauentzien, lägen die Spitzenmieten bei 320 Euro je Quadratmeter, so Torwegge. In der Friedrichstraße würden die Spitzenmieten bei rund 150 Euro stagnieren.

Beim Kampf um die besten Adressen wollen sich die einheimischen Immobilien-Unternehmen nicht der ausländischen Konkurrenz beugen. Das zeigt sich beim Hotel am Zoo. Ein amerikanisches Unternehmen wollte die Immobilie eigentlich kaufen. Innerhalb von drei Wochen machte ein deutsches Unternehmen ein besseres Angebot und bekam den Zuschlag.