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In der Berliner City wird der Platz für neue Wohnungen knapp. Vor allem in den attraktiven Lagen von Mitte und Charlottenburg gibt es nur noch wenige freie Grundstücke. Und die werden jetzt vor allem mit Luxusappartements bebaut. Manager, Geschäftsleute, Lobbyisten und wohlhabende Berliner sollen dort einziehen. Sie sind inzwischen dazu bereit, auch in Berlin Kaufpreise von mehr als 10.000 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Vorausgesetzt: Lage, Ausstattung und Service sind exklusiv.

Jüngstes Beispiel ist das Projekt „Lux“ der spanischen Triple A Immobilien GmbH am Neustädtischen Kirchplatz in Mitte. Eine Querstraße vom Boulevard Unter den Linden entfernt und umgeben von Gebäuden des Bundestags und der Regierung sollen dort ab diesem Frühjahr 64 Wohnungen entstehen, die kleinsten sind 55 Quadratmeter groß, die beiden Penthouses kommen auf je 312 Quadratmeter.

Die Wohnungen mit Preisen von 4500 bis 10.500 Euro pro Quadratmeter sind nicht nur mit hochwertigen Materialien und Armaturen ausgestattet, die Architekten haben zudem die Fassade mit Durchbrüchen geplant. So ist es möglich, selbst im ersten und dritten Geschoss Gärten und Terrassen anzulegen.

Triple A hat das Grundstück vor drei Jahren erworben. Das Areal zählt zu den letzten freien Flächen in Top-Lage. „In Madrid oder London ist es undenkbar, solch ein Juwel zu finden“, sagt Geschäftsführer Alberto Martinez. Für 45 Millionen Euro werde etwas Besonderes entstehen, und das habe seinen Preis. Dazu zählen Dienstleistungen wie dreimal jährliches Putzen der Panoramafenster sowie ein Doorman – inzwischen Standard bei derartigen Projekten.

Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts BulwienGesa seien Neubauwohnungen mit fünfstelligen Quadratmeterpreisen vor drei Jahren in Berlin noch undenkbar gewesen. Inzwischen gebe es in der City einige Projekte mit zusammen etwa 300 Wohnungen, die hohen Summen werden meist in den Dachgeschossen realisiert. „Luxus ist in Berlin längst kein Tabu mehr“, sagt André Adami von BulwienGesa. Im Bereich zwischen 5 000 und 10 000 Euro je Quadratmeter habe sich das Bauvolumen in den vergangenen zwölf Monaten um etwa 30 Prozent vergrößert. Schwerpunkte seien Mitte und Charlottenburg.