Immobilien in Berlin: Teure Wohnungen boomen in der City West

Noch lagern Baumaterialien in den Höfen der Neubauten und die meisten Fassaden sind noch mit Gerüsten versehen. Doch schon im Sommer sollen in dem Komplex an der Württembergischen Straße 41–49 und der Düsseldorfer Straße 28–28a in Wilmersdorf insgesamt 41 verschiedene Rosensorten blühen, frühe und späte. Schließlich heißt die Anlage „Rosengärten“.

Jedes Haus ist anders gestaltet

Für rund 95 Millionen Euro entstehen bis Mitte 2013 auf dem Gelände der früheren Kleingartenkolonie Württemberg elf Häuser mit sieben Geschossen, jedes architektonisch individuell gestaltet, mit 70 Miet- und 144 Eigentumswohnungen. Bauherr ist die Bauwert Investment Group, die auch in anderen innerstädtischen Berliner Quartieren gehobenen oder Luxus-Wohnungsneubau realisiert. Das ehemalige Kleingartengelände in Wilmersdorf hat die Firma vom Liegenschaftsfonds erworben, den der Protest der Kleingärtner und Anwohner aus dem Viertel gegen die Räumung nicht störte. Denn das Gebiet war schon lange als Standort für den Wohnungsbau vorgesehen.

Die „Rosengärten“ bezeichnet Bauwert-Prokurist Henning Hausmann als „einmalig“. 40 Prozent des 14.000 Quadratmeter großen Grundstücks werden bebaut, der Rest sind Freiflächen und Grün. Es gibt ein geräumiges Parkhaus und grüne Innenhöfe, ein Springbrunnen wird dort noch gebaut. Es wird Vorgärten geben – und jede Menge Rosen. Es ist eine ruhige Ecke zum Wohnen, und doch ist der geschäftige Kurfürstendamm nicht weit. Die Mietwohnungen, die Bauwert an die Versicherung Axa verkauft hat, sind zu 85 Prozent vergeben; die Eigentumswohnungen waren schon im Sommer weg.

Dabei hat das Wohnen in den „Rosengärten“ seinen Preis: Die Quadratmeter-Miete kostet durchschnittlich 13,10 Euro kalt, die Kaufpreise pro Quadratmeter liegen im Schnitt um 4150 Euro. Ein etwa 280 Quadratmeter großes Penthouse mit großzügiger Terrasse und noch großzügigerem Dachgarten ist allerdings wesentlich teurer. „Es kostet deutlich mehr als eine Million“, antwortet Hausmann auf die Frage, was man dafür aufbringen muss. Noch zu haben ist das sechsgeschossige Townhouse mit 286 Quadratmetern am Eingang der Württembergischen Straße. Das kostet 1,4 Millionen Euro und hat derzeit zwei Interessenten. „Es ist ein Unikat“, sagt Hausmann, „das erste Penthouse im Westen Berlins.“

Mit dem Begriff „Luxus“ will er die Wohnanlage aber nicht bezeichnet sehen, eher mit den Worten „gehobenes Wohnen“. Luxus seien zum Beispiel die „Kronprinzengärten“ in Mitte , die auch von der Bauwert errichtet werden. Dort liegt der Quadratmeterpreis für das Penthouse um die 15.000 Euro. In den „Rosengärten“ gingen 45 Prozent der Eigentumswohnungen an Ausländer, vor allem aus Italien, Spanien, Frankreich und Russland. Die übrigen Wohnungen wurden von Interessenten aus dem Westteil Deutschlands und von Berlinern erworben. 90 Prozent der Käufer nutzen die Wohnung selbst. Bei den Mietern ist die Mischung ähnlich.

Hausmann sagt, dass die Preise sukzessive immer weiter nach oben gehen – und in den vergangenen zwei Jahren eine stetig erhöhte Nachfrage nach den westlichen innerstädtischen Bezirken Berlins zu verzeichnen ist. „Die City West ist dort die gefragteste Lage“, sagt er, „insbesondere Charlottenburg.“ Aber auch Schöneberg sei im Kommen. Auch dort, im Akazien-Kiez, hat die Bauwert ein Wohnprojekt realisiert, an weiteren Flächen in der City West sei man dran. So werden in der Zillestraße/Ecke Gierkezeile bis 2015 die „Zillegärten“ entstehen – mit 72 Miet- und Eigentumswohnungen. Über weitere mögliche Standorte im Westen will Hausmann noch nicht sprechen. Platz für Neubauprojekte ist im westlichen Zentrum rar, schnell könnten Konkurrenten aufmerksam werden.

Bald auch Wohnen im Cumberland

Denn nach Jahren der Konzentration auf Bezirke wie Mitte und Prenzlauer Berg zieht es Wohnungsbau-Investoren verstärkt in die West-City. So werden im Laufe 2013 im denkmalgeschützten Haus Cumberland am Kurfürstendamm 193/194 insgesamt 186 Eigentumswohnungen fertig. Sie waren innerhalb weniger Monate an Eigennutzer und Kapitalanleger verkauft. Im vorderen Teil des Cumberland, das sich bis zur Lietzenburger Straße zieht, haben bereits in den letzten Wochen des vergangenen Jahres noble Geschäfte und ein luxuriöses Restaurant eröffnet. 120 Millionen Euro lassen sich die Investoren Dirk Germandi und Detlef Maruhn sowie der frühere Bugatti-Chef Thomas Bscher ihr Engagement dort kosten.

Gebaut wird auch an der Albrecht-Achilles-Straße in Wilmersdorf und an der Katharinenstraße 24-25 in Charlottenburg. Auch dort geht es um gehobenes Wohnen im Eigentum mit Quadratmeterpreisen zwischen 3500 und 4000 Euro, große Penthäuser kosten zwischen 1,3 Millionen Euro und 1,8 Millionen Euro. Die Pantera AG baut mit Amisia Finest Living Berlin an der Lietzenburger/Emser Straße und mit Maison Ouest nahe des KaDeWe Eigentumswohnungen für den größeren Geldbeutel – mit eigenem Doormann und Butlerservice, wenn gewünscht.