Berlin - Immobilienmakler haben es leicht. Sie empfehlen ihren Kunden meist, Wohneigentum zu kaufen – weil die Zeit dafür gerade richtig sei. Entweder steigen die Preise gerade und lassen eine lukrative Wertsteigerung erwarten. Oder die Preise sind auf niedrigem Niveau, weswegen die Käufer ebenfalls auf ein gutes Geschäft hoffen dürfen.

Niedrige Zinsen

Es ist folglich nicht überraschend, dass der Vizepräsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), Jürgen Michael Schick, am Dienstag den Rat gab: „Wer es sich leisten kann, sollte überlegen, ob er seine Wohnung kauft.“ Jetzt sei der Zeitpunkt richtig. Die Preise seien günstig, die Zinsen niedrig.

Obwohl die Preise für Wohneigentum in Berlin in den vergangenen Jahren gestiegen sind, lägen sie noch immer deutlich unter dem Niveau von vor 20 Jahren, so Schick. Der Bauboom Mitte der 1990er-Jahre hatte zwischenzeitlich zu einem Überangebot an Wohnungen und sinkenden Preisen geführt. Seit drei Jahren steigen die Preise aber wieder leicht an. Im vergangenen Jahr verteuerten sich laut IVD die Preise für Eigentumswohnungen in normaler Standardwohnlage von 1 200 auf 1 300 Euro je Quadratmeter. In beliebteren Wohnlagen stiegen sie von 1 625 auf 1 700 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Dabei ist die Nachfrage laut IVD in der City wesentlich höher als am Stadtrand. Die höchsten Preise für Eigentumswohnungen werden mit durchschnittlich 2 200 Euro je Quadratmeter in Charlottenburg-Wilmersdorf gezahlt, gefolgt von Mitte mit 2 000 Euro und Steglitz-Zehlendorf mit 1 900 Euro. Trotz der gestiegenen Kosten sind Eigentumswohnungen in Berlin noch immer erschwinglich, geht aus einer Berechnung des IVD hervor. Danach liegt in fünf Bezirken die monatliche Belastung für Zins und Tilgung nach dem Erwerb von Wohneigentum unter 25 Prozent des durchschnittlich zur Verfügung stehenden Einkommens: in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Pankow und Treptow-Köpenick. Teils deutlich mehr als 25 Prozent müssen die Erwerber in den anderen Bezirken aufbringen.