Berlin - Gegen die Grüezi Real Estate liegen bereits mehrere Gerichtsentscheidungen zu Gunsten von Verbrauchern vor, die auf Rückabwicklung fragwürdiger Immobilienverkäufe geklagt haben. Das Kammergericht Berlin entschied im März 2010, dass Grüezi eine an zwei Frauen verkaufte Wohnung zurücknehmen muss und die Kosten für die Wohnung in Höhe von 109 695 Euro zurückzuzahlen hat, teilte die Anleger-Kanzlei Dr. Schulte am Donnerstag mit. Die Aufklärung der Käuferinnen über die finanzielle Belastung durch den Erwerb der vermieteten Wohnung sei "objektiv unrichtig" gewesen, monierten die Richter. Die monatliche Zuzahlung sei zu gering angesetzt worden.

Noch interessanter ist eine Entscheidung des Landgerichts vom Februar dieses Jahres, in dem die Richter feststellten, dass Grüezi "wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung" eine verkaufte Eigentumswohnung zurücknehmen und die Kosten von 137 500 Euro erstatten muss. Das Gericht kritisierte, die Vertriebsfirma habe es "von vornherein darauf abgesehen, einen ahnungslosen Passanten unter Umgehung sämtlicher Schutzfristen" in "einen ruinösen Immobilienerwerb zu treiben". Der Mann war unter anderem mit dem Versprechen, Steuern sparen zu können, geködert worden. Weil er aber nur wenig Steuern zahlte und der Kaufpreis viel zu hoch war, handelte essich nach Ansicht der Richter bei dem Deal um ein "unrentables lebenslanges Zuschussgeschäft" für ihn.

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