Wer eine Wohnung im Berliner Umland mietet, kann dabei bis zu 25 Prozent Miete gegenüber einer Wohnung in der Stadt sparen – wenn er eine Anfahrt von bis zu 60 Minuten in Kauf nimmt. Das geht aus einer Untersuchung des Immobilienportals Immowelt über Mieten im Umland von acht großen Städten hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Wohnungen in Berlin werden danach für 10,60 Euro je Quadratmeter kalt angeboten, in einer 60-Minuten-Zone zur Stadt sind sie hingegen für 7,90 Euro je Quadratmeter zu finden.

Datenbasis für die Berechnung waren Mietangebote, die im Jahr 2021 bei Immowelt veröffentlicht wurden. Für die Zeitzonen wurde dabei die Dauer für eine Fahrt mit dem Auto ins Stadtzentrum zugrunde gelegt. Ausgaben für Benzin oder – alternativ – für ein Bahnticket, die Pendler aufzubringen haben, spielen bei der Betrachtung keine Rolle. Werden sie hinzugerechnet, relativiert sich ein möglicher Preisvorteil häufig.

Am größten ist die prozentuale Ersparnis für Mieter im Umland von Frankfurt. Während die mittlere Wohnungsmiete in der Main-Metropole 13,60 Euro pro Quadratmeter beträgt, zahlen Mieter 60 Minuten außerhalb der Stadt im Mittel nur acht Euro – das sind 41 Prozent weniger.

Nach Frankfurt sparen Mieter in München bei einem Umzug ins Umland prozentual am meisten. Wer eine Pendelstrecke von einer Stunde in Kauf nimmt, zahlt im Mittel elf Euro pro Quadratmeter für die Miete. Das sind 39 Prozent weniger als in der Isar-Metropole, wo der Quadratmeterpreis für eine Mietwohnung bei 18 Euro liegt. 60 Minuten außerhalb Münchens befindet man sich allerdings im Süden bereits an der Grenze zu Österreich und im Norden in der Nähe von Ingolstadt.

Immobilien im Umland sind oft älter als die in der Stadt

Der Blick ins Umland lohnt sich auch für Mieter rund um Köln: Statt 11,60 Euro im Stadtgebiet, beträgt der Quadratmeterpreis für eine Mietwohnung in der 60-Minuten-Zone im Mittel nur 7,30 Euro, das sind 37 Prozent weniger.

Wer eine Wohnung im Umland anmieten will, sollte nach Angaben von Immowelt allerdings beachten, dass Immobilien in den ländlichen Gemeinden häufig älter sind als die in der Stadt. Somit müssen Mieter mit Nachteilen wie einer geringeren Energieeffizienz rechnen – die Betriebskosten könnten also höher liegen.

Hinzu kommt, dass gerade in kleineren Ortschaften Häuser gerne unmittelbar an der Durchfahrtstraße liegen. „Dennoch finden Wohnungssuchende auch im Umland zahlreiche Objekte, die entweder neu gebaut oder kernsaniert sind und trotzdem deutlich weniger Miete kosten als Wohnungen innerhalb der Stadtgrenze“, fasst das Portal seine Erkenntnisse zusammen.

Je näher die Wohnungen am Stadtgebiet liegen, umso geringer wird die Ersparnis. So kosten Mietwohnungen in einer 40-Minuten-Zone vom Berliner Stadtzentrum entfernt schon 9,90 Euro je Quadratmeter, womit sie nur noch sechs Prozent günstiger sind weniger als in der Stadt. 30 Minuten vom Zentrum entfernt werden Wohnungen bereits für 10 Euro je Quadratmeter angeboten, was nur noch einer Ersparnis von fünf Prozent entspricht.

Rund um Hamburg liegt der Quadratmeterpreis einer Mietwohnung in der 60-Minuten-Zone bei acht Euro, bei einer halben Stunde Fahrtzeit sind es schon zehn Euro. Die Ersparnis zum Preis in der Stadt (11,70 Euro) beträgt dann nur noch 15 Prozent.

Höhere Nachfrage lässt auch Mieten im Umland steigen

Dass sich im unmittelbaren Umland der Großstädte oftmals nur noch geringe Ersparnisse bei den Wohnungsmieten erzielen lassen, liegt laut Immowelt an der starken Nachfrage der vergangenen Jahre. Für immer mehr Menschen sind die teuren Mieten innerhalb der Stadtgrenzen kaum noch bezahlbar. Viele weichen deshalb ins Umland aus, wodurch auch dort die Preise anziehen.