Berlin - Wohnungen sind Mangelware, deswegen steigen die Mieten in Berlin immer schneller. Wer in diesem Jahr eine Wohnung in einer Standardlage angemietet hat, musste im Schnitt eine Miete von rund 8 Euro je Quadratmeter (kalt) akzeptieren – das entspricht einem Anstieg von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Mieten für Wohnungen in Vorzugslagen verteuerten sich im Schnitt um 5,5 Prozent auf 9,50 Euro je Quadratmeter (kalt).

Das geht aus dem Immobilienpreisservice 2016/2017 des Maklerverbandes IVD hervor, der am Dienstag präsentiert wurde. In dem Werk sind die Preise für Mietwohnungen und Wohneigentum enthalten. Sie basieren auf vereinbarten Miet- und Kaufpreisen, nicht nur auf Angeboten. Rund 1 500 Kaufverträge und mehrere tausend Mietabschlüsse sind laut IVD-Chef Dirk Wohltorf in die aktuelle Übersicht eingeflossen.

Im Westen ist es besonders teuer

Unter der Standardwohnlage versteht der IVD die überwiegende Lage im jeweiligen Bezirk. Die Vorzugslage ist die jeweils bessere Lage. Bei den ausgewiesenen Mieten handelt es sich laut IVD um „Schwerpunktmieten“, also um die hauptsächlich verlangten Mieten.

Nach zwei Jahren beobachte der Verband, dass die Mieten verstärkt anziehen, sagte Wohltorf. Im Vergleich zum Jahr 2015 hat sich der Anstieg der Mieten fast verdoppelt. Insbesondere die unteren Preisspannen sind laut IVD von einem überdurchschnittlichen Anstieg betroffen, was unter anderem eine Folge der Modernisierungen sei.

4300 Euro je Quadratmeter

Am teuersten sind Mietwohnungen in Vorzugswohnlagen mit 11,50 Euro je Quadratmeter in Charlottenburg-Wilmersdorf. Dahinter folgen Wohnungen in Mitte (11,25 Euro), Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg (je 10,25 Euro), Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow (je 10 Euro). Am günstigsten sind Wohnungen in Vorzugslagen in Spandau mit 8,25 Euro je Quadratmeter. Die teuersten Wohnungen in den Standardlagen finden sich ebenfalls in Charlottenburg-Wilmersdorf (9,50 je Quadratmeter), die preisgünstigsten mit 7 Euro je Quadratmeter in Spandau.

Bestehende Eigentumswohnungen verteuerten sich in Vorzugswohnlagen um 12 Prozent auf 2800 Euro je Quadratmeter, in Standardwohnlagen zogen die Preise um 13,5 Prozent auf 2100 Euro je Quadratmeter an. Die Preise für neu errichtete Eigentumswohnungen erhöhten sich in Standardwohnlagen um 12,5 Prozent auf 3600 Euro, in Vorzugslagen um rund 7,5 Prozent auf 4300 Euro je Quadratmeter.