Der Impfausweis wird immer wichtiger. Egal ob im Restaurant, Kino oder Fitnessstudio – ohne Nachweis von Covid-19-Impfungen geht vielerorts nichts mehr. Doch was, wenn das gelbe Heftchen nicht mehr auffindbar ist? „Grundsätzlich gilt: Nur dokumentierte Impfungen gelten als durchgeführt“, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit.

In Berlin sind für 2G-Veranstaltungen, bei denen nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben, ohnehin nur noch digitale Impfnachweise mit QR-Code zugelassen. Da diese fälschungssicherer sind. Doch solange die geimpfte Person die Bescheinigung nicht auf ihr Smartphone übertragen hat, dient ein Stück Papier mit aufgedrucktem QR-Code als digitaler Nachweis – und auch das kann schließlich verloren gehen.

Senat stellt Ersatznachweise aus

Wer sich bei seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt hat impfen lassen, kann sich dort einen neuen Nachweis ausstellen lassen. Praxen in Deutschland müssen Informationen über selbst durchgeführte Impfungen mindestens zehn Jahre lang speichern, erklärt der Hausärzteverband.

Viele Berlinerinnen und Berliner haben ihre Immunisierungen aber auch in Impfzentren oder in mobilen Impfstationen bekommen. Menschen, die in einer solchen vom Land Berlin betriebenen Einrichtung geimpft worden sind, können sich bei Verlust ihrer Impfdokumente an die Senatsverwaltung für Gesundheit wenden. Und zwar unter folgender E-Mail-Adresse: Verfahren-Schutzimpfung@SenGPG.Berlin.de. Da allerdings zurzeit sehr viele Anfragen einlaufen, könne sich die Bearbeitung verzögern, teilt die Senatsgesundheitsverwaltung mit.

Impfungen können auch erneut durchgeführt werden

Sich an das RKI zu wenden, bringt unterdessen nichts. Zwar werden hier alle deutschlandweit durchgeführten Impfungen dokumentiert, um unter anderem ein einheitliches Lagebild zu bekommen, allerdings anonymisiert.

Bleibt noch ein weiteres Problem: Ist der Impfpass tatsächlich unwiederbringlich verloren, fehlen nicht nur die Nachweise über die Covid-19-Impfungen, sondern auch über alle anderen Impfungen. Da Hausärzte nur Informationen zu Impfungen speichern müssen, die sie selbst durchgeführt haben, kann eine vollständige Nachtragung schwierig werden. Theoretisch müssten Patienten in allen in der Vergangenheit zuständigen Arztpraxen nachfragen. Sind dort keine Informationen zu Impfungen aus dem Kinder- oder Jugendalter mehr gespeichert, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) nach dem Epidemiologischen Bulletin des RKI vom 20. August 2020 Impfungen erneut durchführen zu lassen. Es gehe von zusätzlich verabreichten Impfdosen in der Regel kein erhöhtes Risiko aus.