Berlin - Komplett nackt setzt sich ein Mann in die U-Bahn. Die anderen Passagiere sehen ihn verwirrt an, ein Senior schützt seine Augen mit einer Zeitung vor dem Anblick. Doch das Video wird noch absurder. Denn der Nackte hat einen Kameramann dabei, der ihm aus dem Off wohl Regieanweisungen erteilt.

Im Netz sorgen Videos eines Mannes für Aufsehen, der offenbar nackt in der U-Bahn durch Berlin fährt. Unter dem Pseudonym „Urban Nudist“ sind auf Youtube drei Videos von dem Nackten zu sehen, zwei davon zeigen ihn in Berlin, eines im griechischen Thessaloniki.

Ein Video des Accounts mit dem Titel „Naked at streets of Berlin“ („Nackt auf Berliner Straßen“) stammt von Anfang Juli und zeigt den Mann, wie er unbekleidet durch Charlottenburg läuft. Mehr als 6000 mal wurde der Clip demnach angeschaut - und gelassen kommentiert: „Wo hat er bloß sein Geld /Ausweis etc.?“

Ein anderes Video namens „naked in subway“ („Nackt in der U-Bahn“) zeigt den Mann wartend an einem Bahnsteig der Linie U1. Er steigt dann in die Bahn und fährt bis zum Schlesischen Tor - nackt. Das dritte Video zeigt den Mann offenbar in Thessaloniki.

Hinter der Kamera redet ein Mann in einer fremden Sprache auf ihn ein und sagt ihm wohl, was er als nächstes tun soll. Eine Station fahren die Zwei und steigen am Schlesischen Tor aus. In einem weiteren Video fährt der Nackte ab Viktoria-Luise-Platz eine Station mit der U4. Und einmal spaziert er sogar unbekleidet vor dem Bahnhof Zoo herum. 

Auf Pornoseiten war eines der Videos bereits im August 2015 zu sehen – jetzt erobern die Clips auch die Video-Plattform Youtube und sammeln Tausende Klicks. 

Aber darf der das? Einen Eintrag über Nacktheit gibt es in den VBB-Beförderungsbedingungen jedenfalls nicht. Allerdings droht bei derartigen Nacktauftritten in der Öffentlichkeit eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Es ist jedoch unklar, ob der Mann wirklich nackt durch Berlin gelaufen ist. Am Zoologischen Garten sehen dem Nudisten jedenfalls verdächtig wenige Passanten nach. Es könnte also auch nur eine Montage sein. Hoffentlich. (Isabell Beer mit dpa)