Polizisten stehen in Berlin während einer Demonstration linker Gruppen den Demonstranten gegenüber (Archivbild).
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BerlinJeden Tag werden in der Hauptstadt im Schnitt 19 Polizisten Opfer einer Gewalttat. Solche Taten gegen Beamte summierten sich 2018 auf fast 7000 (6650 Angriffe im Jahr 2019), wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zudem würden ihre Kolleginnen und Kollegen immer wieder beleidigt, bedroht und beschimpft. Es sei unfassbar.

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Gewalt zu erfahren, sei belastend, sagte Slowik. „Deshalb ist es mir wichtig, möglichst viel zu tun, um diese Belastung aufzufangen“, betonte die Polizeipräsidentin. Es gehe um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und tätliche Angriffe. Wer so etwas erleben müsse, werde unterstützt.

So bekommen betroffene Polizisten Hilfe

Zu den Hilfen gehöre eine Hotline, an die sich jeder angegriffene Beamte wenden könne, so die Polizeipräsidentin. Neben unmittelbarer psycho-sozialer Unterstützung werde bei Versicherungsfragen oder der Meldung von Dienstunfällen geholfen. Das seien Punkte, die Betroffene nicht immer sofort vor Augen hätten, die aber wichtig seien.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik (Archivbild).
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Zuletzt hatten in der Silvesternacht aggressive Gruppen junger Männer Böller auf Polizisten, Feuerwehrleute und Passanten geworfen. In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain mit einst besetzten Häusern werden seit Jahren Polizisten attackiert. Auch am 1. Mai fliegen Steine und Flaschen gegen die Frauen und Männer in Uniform.

Zu einem krassen Fall kam es Ende Mai 2019, als ein Polizist bei einer Kontrolle von drei Geschwistern in Wedding massiv angegriffen wurde. Sie schlugen den Beamten zu Boden. Dessen Kollegin konnte nur durch das Ziehen der Dienstpistole die Gewalttäter in Schach halten. Die hinzugekommene Mutter filmte den Angriff noch. Beide Beamte erlitten Blutergüsse, Prellungen sowie Quetschungen.

GdP spricht von einer neuen Dimension

Seit Mai 2017 werden Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienste bereits härter bestraft. Das Strafgesetzbuch sieht für Drohungen und tätliche Angriffe auf Amtsträger bei der Ausübung ihres Dienstes Haftstrafen von bis zu fünf Jahren vor.

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht eine neue Dimension, „was die Schwelle der Gewalt angeht“, hatte GdP-Sprecher Benjamin Jendro nach den Angriffen in der Silvesternacht gesagt. Zunehmend würden auch Schreckschusspistolen gezückt, die nicht von echten Waffen zu unterscheiden seien. Angreifer riskierten schwerste Verletzungen Unbeteiligter und sogar Menschenleben.

Die Hauptstadt verlange den Kolleginnen und Kollegen unglaublich viel ab, unterstrich Slowik. „Dennoch bieten sie jeden Tag, wieder und wieder der Kriminalität die Stirn und greifen Hilfebedürftigen unter die Arme.“ Sie könnten stolz darauf sein, was sie für die Sicherheit in der Stadt leisteten. „Ich bin es allemal.“