Potsdam - In dieser Woche berichtete der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke, SPD, im Info-Radio über das Impfen in seinem Land: „Was die Logistik betrifft, sind wir super aufgestellt!“ Dann folgten noch ein paar hoffnungsfrohe Wendungen dazu, wie das Impfen „an Fahrt“ aufnehme, auf welchem „guten Weg“ man sei, welche Lockerungen erwartet würden – jetzt, wo sich die Lage entspannt, einfach weil große Mengen Impfstoffs geliefert werden.

Bevor bald alles untergeht im Jubel um eine Brandenburger Super-Logistik und darüber, dass bald alle Bürger ohne Fragen nach Alter und Vorerkrankung geimpft werden können, sei daran erinnert, dass die strengen Priorisierungen am Anfang einen Sinn hatten: Sie sollten Menschenleben retten. Drei von vier Corona-Toten sind über 80. Schon aus dieser Verantwortung heraus hatte etwa Berlin mit klarer Strategie zuerst in Alten- und Pflegeheimen geimpft und war Anfang Februar damit fertig. Brandenburg dagegen brachte es fertig, in einem Strausberger Altenheim noch am 8. April den ersten Impftermin für 49 Hochbetagte zu verschieben – weil kein Impfarzt aufzutreiben war. Und das, obwohl dort noch Ende März Corona ausgebrochen war, mit schlimmen Folgen.

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