In diesem Berliner S-Bahnhof muss man sich im Tunnel nicht mehr gruseln

Das Fliesen-Mosaik „Wir sind Berliner“ von Christoph Niemann ziert nun auf 31 Metern den Fußgängertunnel zum Ausgang Reichsbahnstraße im S-Bahnhof Wannsee.

Der von Christoph Niemann neu gestaltete Fußgängertunnel im Bahnhof Wannsee.
Der von Christoph Niemann neu gestaltete Fußgängertunnel im Bahnhof Wannsee.Monika Skolimowska/picture alliance

Und dann nichts wie raus nach Wannsee! Wahrscheinlich ist kein Bahnhof in Berlin bekannter als der 1874 eröffnete S-Bahnhof mit diesem Namen, vom Bahnhof Zoo, seiner Heroin-Vergangenheit wegen, einmal abgesehen. Das ändert aber nichts daran, dass die Unterführungen dort so übel riechend, dunkel und unheimlich waren wie überall sonst auch. Eine Kulisse für Horrorfilme.

Diese Art der Unwirtlichkeit ist schon seit 2018 Vergangenheit. Seitdem schmückt helle, freundliche Pixelkunst den langen Gang, denn feine Linien kann der Künstler mit den Kacheln nicht ziehen. Der international bekannte Illustrator Christoph Niemann hat damals das Mosaik „Wannsee“ geschaffen. Es ziert den Tunnel Richtung Schiffsanleger auf rund 40 Meter Länge. Seit Freitag gibt es dort ein zweites Kachel-Mosaik des 51-Jährigen. Im Auftrag der Deutschen Bahn hat Niemann das Werk „Wir sind Berliner“ geschaffen. Man erkennt darin einige Sehenswürdigkeiten, etwa die Straße des 17. Juni, den Reichstag, das Brandenburger Tor, auch die Nofretete und den Berliner Bären.

Ein Pixel-Bild aus 13.100 Fliesen

Die aus rund 13.100 Fliesen gefertigte Kreation erstreckt sich auf rund 31 Metern im Fußgängertunnel zum Ausgang Reichsbahnstraße. Es ist die zweite Kooperation zwischen Niemann und der Kuratorin Ruth Ur.

Christoph Niemann, dessen Arbeiten in Magazinen und Zeitungen wie The New Yorker, Time Magazine, National Geographic und The New York Times erscheinen, sagte schon 2018, er hoffe, dass Reisende gern zum Bahnhof Wannsee kommen. Nun kommen sie vielleicht doppelt so gern.