Berlin -  Der Wahlleiter aus dem Bezirk Pankow hatte bereits am Sonnabend berichtet, dass in seinem Zuständigkeitsbereich 70 Wahlhelfer und Wahlhelferinnen kurzfristig abgesprungen sind. Daraufhin sei ein Telefon-Hotline für Leute eingerichtet worden, die kurz entschlossen aushelfen wollen. „Auch aus anderen Berliner Bezirken ist zu hören, dass Wahlhelfer kurzfristig abgesprungen sind“, sagte am Sonntag Geert Baasen von der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin der Berliner Zeitung.

Das habe es auch bei anderen Wahlen immer wieder gegeben. Dieses Mal hatte sich im Frühjahr ungewöhnlich viele Freiwillige gemeldet. Das wurde damals vor allem darauf zurückgeführt, dass sie bevorzugt gegen Corona geimpft werden sollten und es damals noch lange Wartezeiten für Impftermine gab. Ob es einen Zusammenhang zu den jetzigen Absagen gibt, sei aber unklar, sagt Baasen.

„Unsere Telefon-Hotline war ein Erfolg“, sagte der Pankower Wahlleiter Marc Albrecht der Berliner Zeitung. „Wir haben so etwa 50 bis 60 neue Wahlhelfer kurzfristig gewinnen können. Damit konnten wir die Lücken bei uns schließen.“ Insgesamt sind in Pankow etwa 3500 Wahlhelfer im Einsatz.

Die Bezirke haben vorher Reserve gebildet

„Die Bezirke sind aber davon ausgegangen, dass weniger Wahlhelfer erscheinen, als zugesagt haben“, sagt Baasen. Deshalb hätten die Bezirke vorher auch größere Reserven an Wahlhelfern aufgebaut, auf die sie nun zurückgreifen können, um die Wahlen überall abzusichern. „Von akuten Problemen haben wir bislang noch nichts gehört“, sagte Baasen.

Insgesamt sind an diesem Sonntag in ganz Berlin etwa 34.000 Wahlhelfer im Einsatz. Bei dieser Masse an Menschen kann immer jemand kurzfristig erkranken. Sie müssen ihr Fernbleiben gegenüber den Bezirken sehr stichhaltig begründen und auch im Krankheitsfall ein Attest vom Arzt vorweisen. Wer ohne Grund seine freiwillige Aufgabe als Wahlhelfer nicht wahrnimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. „Es droht eine Geldstrafe von bis zu 1000 Euro“, sagte Baasen.