Berlin - Er hat seine Ehre wieder: Bruno Lüdke ist nicht länger der Teufel, der monströse Killer, zu dem ihn die Nationalsozialisten gemacht haben. Am Sonnabend wurde Lüdke, dem die Nazis Dutzende Frauenmorde anhängten und dann umbrachten, mit großer Prominenz rehabilitiert: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Schauspiellegende Mario Adorf kamen zur Verlegung eines Stolpersteins in die Grüne Trift in Köpenick. Im Haus mit der Nummer 32, das heute nicht mehr steht, war Lüdke aufgewachsen, dort hatte seine Mutter eine Wäscherei betrieben.

Zahlreiche Fotografen und Journalisten, aber auch viele Köpenicker warteten in der kleinen Straße, die für die Zeremonie abgeriegelt wurde, auf Adorf und Steinmeier. Ein Strauß mit gelben und weißen Rosen stand neben einem Foto von Bruno Lüdke, das ihn neben einem Pferd zeigt. Der geistig eingeschränkte Lüdke hatte als Kutscher in der Wäscherei der Mutter gearbeitet. Neben dem Foto klaffte ein quadratisches Loch im Pflaster des Gehwegs, in das der Stolperstein für Lüdke eingebracht werden sollte.

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